Jeder redet von Liechtenstein, aber wer war schon dort?
Das Fürstentum Liechtenstein ist mit rund 160 km2, wovon über 40 % Waldfläche sind, und rund 41.000 Einwohnern der kleinste Staat im deutschsprachigen Raum und der sechst-kleinste der Erde. Mit nur 11 Gemeinden inklusive der Hauptstadt Vaduz ist Liechtenstein eher überschaubar. Doch leben auf kleinstem Raum Menschen aus 115 Ländern, die einen Anteil von ca 34 % ausmachen.
Rund 40 % der Wirtschaftsleistung stammen aus Industrie und Produktionen im eigenen Lande, 11 % aus dem Finanzbereich. Auch gibt es in Liechtenstein mehr Arbeitsplätze als Einwohner, so dass täglich rund die Hälfte der Beschäftigten aus den umliegenden Ländern wie Österreich, Deutschland und der Schweiz einpendeln.
Seit 1712 ist das rund 700 Jahre alte Schloss im Besitz derer von Liechtenstein. Fürst Johann Adam Andreas kaufte Anfang des 18. Jahrhunderts nach Schellenberg auch die Grafschaft Vaduz. 1719 wurde die Grafschaft zum Reichsfürstentum Liechtenstein erhoben.
1924 gelang der Abschluss eines Zollabkommens mit der Schweiz, infolge wird der Schweizer Franken offizielles Zahlungsmittel in Liechtenstein (Anmerkung: Der EURO wird in Liechtenstein überall akzeptiert). Liechtenstein ist Mitglied bei der KSZE/OSZE, des Europarates, der UNO, ist der EFTA beigetreten, ebenso zum Europäischen Wirtschaftsraum und zur WTO.
Hans-Adam II. von und zu Liechtenstein ist der regierende Fürst in der konstitutionellen Erbmonarchie auf demokratisch-parlamentarischer Grundlage und besitzt ein Veto-Recht bei neuen Gesetzen. Das liechtensteinische Fürstenhaus zählt zu den ältesten Adelsfamilien Europas und ist eine erfolgreiche Unternehmerfamilie. Seit 2004 führt Erbprinz Alois die Regierungsgeschäfte.
Vorab erkundeten wir das „Städtle“ auf einer rund 30-minütigen Fahrt mit dem Citytrain. Die Tour führte durch die Altstadt, zeigte moderne und historische Gebäude, die Hänge der Vaduzer Weinberge und die Hofkellerei des Fürsten von Liechtenstein.
Unterhalb des im Jahre 1338 erbauten Roten Hauses, ein Treppengiebelhaus, eröffnete sich ein herrlicher Blick auf das rund 120 m über der Hauptstadt liegende Schloss Vaduz. Bevor es zurück in die Stadt ging, fuhren wir durch die unverbaute Landschaft, vorbei am Rheinparkstadion bis wir wieder am Busbahnhof angekommen waren. Die Informationen über den Audio-Guide sind kurzweilig und geben interessante Einblicke auf Stadt und Land.
Tauchen Sie ein in die Stadt, gehen Sie entlang der Rheinkanäle und entdecken Sie die Kleinode der Stadt wie die historische, aus dem Jahr 1901 stammende 135 m lange Holzbrücke über den Rhein.
Besuchen Sie die historische Pfarrkirche St. Florin. Vor der Kathedrale finden Sie die Statue des Fürstenpaares Franz Josef II. und Gina von und zu Liechtenstein.
Am anschließenden Peter-Kaiser-Platz bilden Regierungsgebäude, Landtagsgebäude und Landesarchiv das 2008 neu gestaltete Regierungsviertel. Die ganze Stadt zieren Kunstwerke und Skulpturen, so sind unter anderem in der Fußgängerzone auch im Boden eingelassene Briefmarken oder Bildnisse an den Wänden der Häuser zu finden.
Das rund 700 Jahr alte Schloss kann leider nicht besichtigt werden, aber auf dem Weg zum Schloss gibt es einen Aussichtspunkt, „Känzile“ genannt, von dem man einen wundervollen Blick auf Vaduz und das Tal hat. Der Aufstieg lohnt. Wenn man Näheres über das Schloss erfahren möchte, empfehle ich den Film im Schlosskino im Städtle, in dem Fürst Hans-Adam II. in Kindheitserinnerungen schwelgt und durch die Räume des Schlosses führt.
Sehenswert ist die Schatzkammer, wo neben der Kopie des Fürstenhutes und der Reichsinsignien, die im Eigentum des Fürstenhauses stehende Fabergé-Eier, auch ein Mondgestein zu besichtigen ist. Dieses hat US-Präsident Richard Nixon einst der Firma Oerlikon Balzers, deren Vakuumtechnologie die Apollo-Missionen unterstützt hat, geschenkt.
Das Landesmuseum mit der historischen Sammlung und den Einblicken auf Kultur, Brauchtum, Tradition, Natur und Landschaft zeigt die Vielfältigkeit des Lebens in Liechtenstein.
Ebenso sind das Kunstmuseum und die HILTI-Art Foundation mit ihren Werken und Ausstellungen einen Besuch wert. Die Museen haben dauerhafte Kunstinstallationen, moderne Kunst und wechselnde Ausstellungen, die verschiedene Schwerpunkte setzen.
Liechtenstein ist rundum von Bergen umschlossen und grenzt an Österreich und die Schweiz. Da darf natürlich bei einem Besuch in Liechtenstein ein Tag mit Outdoor-Aktivitäten nicht fehlen. Wir fuhren mit dem Bus bis nach Gaflei und dann weiter bis zum Triesenberg. Die Wanderung begann mit dem Aussichtsturm. Von hier hat man einen traumhaften Blick auf die Bergwelt der Alpen. Unser Ziel war das Dorf Steg mit seinem Bergsee.
Auf dem gut ausgeschilderten Wanderweg bewegten wir uns im hügeligen Gelände mit Blick auf die Städte und Orte des Landes, umgeben von der alpinen Bergwelt der Alpen. Mit rund 400 km hat Liechtenstein das dichteste Wanderwegenetz Europas. Aufmerksame Wanderer finden immer wieder kleine Schnitzereien am Wegesrand.
Nach gut vier Stunden beendeten wir unsere Wanderung am Stausee Steg bzw. in der Hütte Seeblick, wo wir einen Einblick auf die liechtensteinische Sprache bzw. deren Sprachgebrauch erhalten haben.
Bevor Sie nach Liechtenstein reisen, kaufen Sie sich einen ALL INCLUSIVE Erlebnispass. Er berechtigt, über 20 Attraktionen und Angebote wie Bergbahnen, Museen, Hallenbäder, Citytrain und vieles mehr gratis zu benutzen, ebenso sind die Fahrten des Öffentlichen Verkehrs kostenlos. Weitere Informationen dazu: erlebnispass.li
Restaurant Adler Vaduz
Hier machen wir Bekanntschaft mit der typischen Liechtensteiner Spezialität „Käseknöpfle“ mit Zwiebeln. Ein köstliches Gericht, das durch den landestypischen Käse erst seine ganze Vielfalt entfalten kann.
Hofkellerei Vaduz
Auf keinen Fall darf eine Besichtigung und Weinverkostung in der Hofkellerei des Fürsten fehlen. Bei einer Degustation gibt uns der Kellermeister einen Ein- und Überblick über die Tradition des Weinbaus in Liechtenstein und im Weinviertel sowie Süden Wiens. Natürlich wollten die edlen Tropfen auch verkostet werden.
Hotel Residence
Die Unterkunft liegt praktischer Weise direkt in der Fußgängerzone im Herzen der Stadt. Trotz Aussicht auf die Hauptstraße sind die Zimmer ruhig und großzügig gestaltet.
Dieses Mal fuhren wir in der ÖBB-Mini-Cabin von Wien nach Feldkirch. Die Nachtfahrt ist eine durchaus einfache Möglichkeit oder Alternative, die knapp acht Stunden Fahrt zu absolvieren. Aber für ältere Personen ist diese Art von Reisen nicht empfehlenswert.
In Feldkirch angekommen, fährt man mit der Bus-Linie 11 direkt von Österreich nach Liechtenstein. Über den Grenzort Schaanwald geht es in rund einer Stunde nach Vaduz.