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Exkurs: Jüdisches Museum Berlin

Das Jüdische Museum Berlin wurde 2001 eröffnet und gilt als eines der weltweit bedeutendsten Häuser zur Vermittlung jüdischer Kultur und jüdischen Lebens.
Berlin, DE - JMB Eingang - © Johann Varga

Exkurs: Jüdisches Museum Berlin

Das Jüdische Museum Berlin wurde 2001 eröffnet und gilt als eines der weltweit bedeutendsten Häuser zur Vermittlung jüdischer Kultur und jüdischen Lebens.
 

Der Museumskomplex

Das JMB in der Lindenstraße in Berlin besteht aus drei Hauptgebäudekomplexen. Dem barocken Altbau, einem ehemaligen Amtssitz der preussisch-königlichen Justizverwaltung, der W. Michael Blumenthal Akademie in der früheren Blumengroßmarkthalle, und dem sogenannten Libeskind-Bau, einem Aufsehen erregenden Baukonstrukt aus Titanzink, der auf unkonventionelle, emotional berührende Weise die gemeinsame deutsch-jüdische Geschichte darstellt.
 

Das JMB im aktuellen Spannungsfeld. Ein persönlicher Kommentar.

Man kann dieses durch und durch außergewöhnliche Haus natürlich auf seine technisch architektonischen, auf seine faktisch historischen oder auf sonst welche logisch pragmatische Aspekte reduzieren und solcherart beschreiben. Doch all diese Beschreibungen, so real und wahr sie auch sein mögen, würden diesem Ort, diesem Objekt, diesem Denk- und Mahnmal der Menschlichkeit alleine nicht gerecht werden.

Man muss sich diesem jüdischen Museum in Berlin ganz einfach auf der emotional sensitiven Ebene nähern, seine Schwingen fühlen, sie zulassen und auf sich wirken lassen um zu verstehen, was es uns allen mitteilen möchte. Das tut mitunter weh, das verstört zwischendurch aber das erleuchtet letztlich. Jedenfalls alle jene, die sich den Botschaften unvoreingenommen und mit dem entsprechenden Willen zu Respekt, Toleranz und Menschlichkeit öffnen.

Wenngleich die Betrachtung des Judentums immer mit Religion und Riten verwoben wird, ist es schlichtweg verfehlt, es nur darauf zu reduzieren, auch wenn dies unbestritten starke intrakulturell einende Elemente sind. Selbiges gilt wohl auch für Erfolg, Geld, Macht und Einfluss, welches man allesamt dem Judentum und den Juden pauschal und undifferenziert als Identifikationsmerkmal aufstempelt, auch wenn natürlich viele von ihnen immer wieder tatsächlich aufgezeigt haben, außerordentliche Leistungen erbringen und sehr „erfolgreich“ sein zu können.

Letztlich bestimmte und bestimmt immer eine fatale, unglückselige Mischung aus Neid, Missgunst und vor allem aus indoktrinierten Diffamierungen, Generalverurteilungen und Verhetzungen die künstlich geschaffene und bewusste Ausgrenzung und Anfeindung des Judentums. Solange es einerseits Brandredner, Hassprediger und Aufhetzer, und andererseits wirtschaftlich, kognitiv und intellektuell unterdrückte und solcherart in ihren Erkenntnismöglichkeiten eingeschränkte Menschen gibt, die sich einfach instrumentalisieren und fremd bestimmen lassen, solange wird die Gefahr des Antisemitismus latent sein.

Einen Ausweg aus diesem verhängnisvollen Irrweg werden wohl nur Bildung, Wissen und Chancengleichheit, ein interkulturell vermitteltes, respektvolles, verständnisvolles und tolerantes Miteinander sowie die Einsicht bringen können, dass nicht religiöse oder ethnische  Zugehörigkeiten zählen, sondern nur Menschlichkeit, Vernunft und gegenseitige Unterstützung. Ob das allerdings in einer Welt reicht, in der wieder vermehrt zunehmende Verrohung, willkürliche Ausgrenzung, blindwütiger Hass, unbändiger Zorn und militanter Extremismus auszumachen sind, ist freilich fraglich. Probieren müssen wir es aber und das JMB spielt dabei eine sehr wichtige Rolle.

Hans Varga, Dezember 2025

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