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Embolie beim Fliegen

Die Zahl der Zwischenfälle in den Flugzeugen steigt.
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Der lang ersehnte Strandurlaub – nur noch acht Flugstunden entfernt. Jetzt kann eigentlich nichts mehr schief gehen, oder? Leider doch.

Vor allem auf langen Flügen kommt es immer häufiger zu medizinischen Zwischenfällen. Das ist das Ergebnis einer US-amerikanischen Studie, veröffentlicht in The Lancet. Die Forscher sehen das Problem in den immer älter werdenden Passagieren und der zunehmenden Reisedauer.

Eine Gefahr ist die venöse Thromboembolie. Sie tritt auf, wenn ein Blutgerinsel aus der Beinvene in die Lunge wandert. Die Forscher stellten in 75 Prozent der Fälle als Auslöser mangelnde Bewegung fest. Beruhigend für Reisende der Touristen-Klasse: Hier droht Ihnen kein höheres Risiko als in der Business-Klasse.

Dr. Mark Gendreau, Leiter des Lahey Clinic Medical Centers in Burlington/USA hat herausgefunden, wann die Gefahr am höchsten ist. Sie beginnt ab der vierten Stunde zu steigen und erreicht den Höhepunkt ab achten Flugstunde. Neueste Flugzeugtypen können bis zu 20 Stunden in der Luft bleiben. Was ist davon zu halten? Dr. Gendreau hält ihnen immerhin verbesserte Kabinenluftbedingungen und Sitzmöglichkeiten zu Gute.

Wie können Sie eine Embolie verhindern? Viel trinken ist wichtig. Außerdem hilft ein Spaziergang durch die Kabine. Tragen Sie Stützstrümpfe und wechseln Sie auch im Sitzen häufiger die Position. Das Forscherteam hat festgestellt, dass die Einnahme von Acetylsalicylsäure als Präventivmaßnahme dienen kann. Das sollten Sie allerdings vorher mit Ihrem Arzt besprechen.

Der Mediziner nennt eine Faustregel, um zu überprüfen, ob ein Passagier fit für den Flug ist: Er sollte in der Lage sein, 50 Meter bis zum Flieger zu laufen. Außerdem muss er die Stufen zur Maschine ohne Atemnot bezwingen.
 
Einigen Menschen macht der niedrige Druck in der Kabine zu schaffen. Außerdem leiden Atemwegserkrankte oft unter dem reduzierten Sauerstoffgehalt der Luft. Während des Fluges dehnen sich die Gase im Körper aus. Das wiederum kann Patienten Probleme bereiten, die grade erst eine große Operation hinter sich haben.

Dr. Ray Johnston von der englischen Aviation Health Unit beruhigt Fluggäste: "Auch wenn die medizinischen Notfälle an Bord in den letzten Jahren zugenommen haben – das Fliegen im allgemeinen hat einen exzellenten Sicherheits-Standard."

Quelle:
The Lancet / GesundheitPro; 19.02.2009


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