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Die Geschichte des Lebkuchens

Der süße Duft nach Lebkuchen kündigt Weihnachten an.
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In vielen Museen aber auch in Privatsammlungen finden sich Model aus alten Backstuben, die für die Herstellung von Festtagsgebäck verwendet wurden.

Lebkuchen, handverziert

Es handelt sich um figürliche Negativformen aus verschiedenen Materialien, die zum jeweiligen Feiertag – also nicht nur zu Weihnachten – verwendet wurden. Die meisten sind aus Holz geschnitzt und haben eine lange Tradition, die wohl schon bis ins Mittelalter zurückgeht.

Lebzeltermodel aus dem 18. Jahrhundert / Zum Vergrößern auf das Bild klickenEin Model für Honigteig, der wenig aufgeht, also keine Hefe oder sonstige Treibmittel hat, ist ganz fein geschnitzt. Der Teig wird hineingedrückt und durch das Backen wenig verändert. Ganz anders ist es mit den Modeln für die Schweizer Springerle aus Anisteig. Der Teig enthält Treibmittel, meist ist es Backpulver. Über Nacht geht er auf, er springt, daher der Name.

Lebzeltermodel 19. Jahrhundert / Zum Vergrößern auf das Bild klickenIn erster Linie wurden in die Modeln christliche Symbole geschnitzt, denn die vielen Feiertage boten Anlaß entsprechende Lebkuchen zu schenken. Dann findet man höfische Themen: Die Hofbäckereien und Hofküchen hatten ihre eigenen Model und ihre eigene Gebäcke. Vielfach tragen sie Wappen, gelegentlich auch Spruchbänder, sie zeigen Ritter zu Pferde und zu Fuß, Hofdamen und Kavaliere in Festkleidern. Auch die Klöster hatten eigene Model mit Themen aus ihrer Umwelt und aus der Bibel.

Lebkuchenstand / Zum Vergrößern auf das Bild klickenFür die großen Jagden wollte man Lebkuchen reichen mit Darstellungen einer Sauhatz oder einer Treibjagd zu Pferde, mit Jägern, Hirsch und Hunden. Aus dem bürgerlichen Bereich stammen Lebkuchen mit Ehepaaren in barocker Kleidung, die Wickelkinder im Arm halten und zu ihren Füßen von weiteren Kindern umgeben sind: Solche Lebkuchen wurden Brautpaaren zur Hochzeit geschenkt. Tiefgeschnittene Model aus der Biedermeierzeit zeigen Mädchen mit Rosen und Blumenkorb, zierliche Vogelkäfige mit Singvögeln, und mit Sprüchen, die der Verliebte seiner Angebeteten verehrt hat.

Modelstechen gehörte zur Ausbildung der Lebkuchenbäcker. Etliche von ihnen gingen auf Wanderschaft, im Ranzen Stechwerkzeug und ein Muster- Modelbrett. Der Kunde konnte sich dann die Bilder aussuchen, die ihm am besten gefielen.

Ein Weihnachtstipp der 55PLUS-Kunstexpertin Helga Högl.

Rezepte:

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