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Der Christbaum aus Hessen - ein großer Erfolg

Henriette von Nassau-Weilburg machte den Weihnachtsbaum bei uns heimisch.
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Eine Sensation ohne Gleichen war das Weihnachtsfest im Hause des Erzherzog Carls in Wien, als seine junge Gattin einen Lichterbaum  mit Kerzen als „Bescherbaum“ in den Salon stellte.

Weihnachtsfest einer Wiener Kaufmannsfamilie im 19. Jahrhundert

Dieser für die adeligen Kreise ungewöhnlicher Brauch fand bald Anerkennung und Nachahmung. Er verbreitete sich vom Kaiserhof bis in die bäuerliche Stube, wurde durch Feldpostpakete mit kleinen künstlichen Tannenbäumen in die vorderste Front der Soldaten gebracht und per Schiff zu den österreichischen Auswanderern in Übersee.

Weihnachtsfest im 19. Jahrhundert / Zum Vergrößern auf das Bild klickenDie Sitte, zum Weihnachtsfest einen geschmückten Baum aufzustellen, entwickelte sich vor allem in den protestantischen Ländern und Wolfgang von Goethe lernte die Sitte 1770 in Straßburg kennen und erwähnte den Weihnachtsbaum in seinem Werk „Die Leiden des jungen Werther“. 

Der eßbare Behang wurde in der Folge von Obst aus Glas, von zierlichem Spielzeug aus vielerlei Materialien und kunstvollem Zuckerwerk abgelöst.

Erzherzogin Henriette / Zum Vergrößern auf das Bild klickenAn der Mündung der Weil in Hessen steht das Schloß der Grafen bzw. Fürsten von Nassau-Weilburg. Durch den Einfall französischer Truppen im Jahre 1796 im Zuge der napoleonischen Kriege mußte Fürst Friedrich Wilhelm von Nassau-Weilburg mit der Familie fliehen und er fand im Jagdschloß  „Eremitage“ bei Bayreuth Zuflucht. Dort wurde am 30. Oktober 1797 Henriette geboren. Nachdem sich die politische Lage stabilisiert hatte, kehrte die fürstliche Familie 1801 in ihr Stammschloß Weilburg zurück. Mit ihren beiden Brüdern wurde Henriette in Sprachen und Wissenschaft erzogen und entwickelte eine besondere Vorliebe für die Musik. Als die 17jährige Prinzessin „unseren“ Erzherzog Carl von Österreich, den Sieger von Aspern, kennenlernte, stand einer Liebesheirat nichts mehr im Wege.

Die prunkvolle Hochzeit fand am 17.September 1815  in der Weilburg statt und bereits im Dezember übersiedelte das Paar in das Palais Erzherzogs Carls in der Annagasse in Wien. Der glücklichen Ehe entstammten sieben Kinder, unter ihnen Erzherzog Albert, dessen Standbild vor der Wiener Albertina steht.

Um das Jahr 1813 wurden schon die ersten Weihnachtsbäume in Graz und Wien gemeldet. Auch der Bankier Adam von Arnstein aus Berlin folgte in seinem Wiener Haus diesem Brauch.

Die Familie des Erzherzogs Karl verbrachte viele Sommer in der Weilburg in Baden. Im November 1829 soll Erzherzogin Henriette einen Weihnachtsbaum im Helenental  ausgesucht haben. Am 29. Dezember allerdings starb sie an einer Scharlachinfektion. Nach ihrem Tod sollte Henriette in der Kapuzinergruft in Wien bestattet werden. Da sie Protestantin war, wollte man dies in kirchlichen Kreisen nicht zulassen. Aber Kaiser Franz erließ ein Machtwort: „Sie hat in Liebe mit uns gelebt, sie soll auch in Liebe unter uns ruhn.“ Sie ist heute neben ihrem Gatten in der Kapuzinergruft beigesetzt.

Ein Weihnachtstipp der 55PLUS-Kunstexpertin Helga Högl.


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