Anstatt mit Koffer und Gepäck von einer Destination zur anderen zu tingeln, ist es doch wesentlich entspannter, an einem Ort in einem Hotel zu bleiben und tägliche Ausflüge zu unternehmen. Eine altbewährte Reisemethode, die von Schweiz Tourismus aufgegriffen wurde und mit dem Slogan „Day Discoveries“ promotet wird.
Die Tagesentdeckungen kann man sich individuell zusammenstellen oder als fertiges Arrangement buchen. Aufgrund des engmaschigen, herausragenden Schweizer Schienen-, Postbus- und Schifffahrtsnetzes sind absolut alle Ausflugsziele leicht und bequem mit den Öffis erreichbar. Da macht es durchaus Sinn, sich einen Swiss Travel Pass für seinen Schweiz Aufenthalt zu lösen, also ein Ticket für alle öffentlichen Verkehrsmittel, das gleichzeitig eine unüberschaubare Anzahl an sonstigen Vergünstigungen beinhaltet.
Ausgangspunkt unserer aktuellen Day Discoveries ist diesmal Luzern gewesen, die alte Habsburger Stadt am Vierwaldstättersee. Nach ihrer Loslösung aus der Herrschaft des Hauses Habsburg im Spätmittelalter, entwickelte sich Luzern zu einer reichen, florierenden Stadt in der Alten Eidgenossenschaft. Noch heute kann man den architektonischen Glanz vergangener Epochen bestaunen. Tolle Fotomotive sind die Kapell- und die Spreuerbrücke, die Museggmauer, das Rathaus oder das Hotel des Balances.
Etwas jünger aber dennoch schon historisch ist das altehrwürdige Hotel Château Gütsch, auf der gleichnamigen Hügelkette im Westen von Luzern. Als markanter Blickpunkt von unten, bietet einem das 1888 eröffnete Haus auch von oben einen phänomenalen Ausblick über die Stadt und den Vierwaldstättersee. Es lohnt einen Besuch, entweder sportlich über den langen, mitunter steilen Fußweg oder einfacher per Standseilbahn.
Mit dem Luzern-Engelberg Express geht es nach Stans und von dort mit der alten, historischen Standseilbahn aus dem Jahre 1893 zur neuen CabriO-Bahn auf das Stanserhorn. Der Name der Seilbahn ist Programm, denn in dieser weltweit einzigen Gondel ihrer Art gibt es ein Oberdeck, auf dem man sich den Fahrtwind um die Ohren wehen lassen kann. Was sich logischerweise größter Beliebtheit erfreut, sofern man schwindelfrei ist.
Oben am Stanserhorn gibt es erwartungsgemäß einen fantastischen Rundblick über die Zentralschweiz und geführte Informationstouren mit Rangern, die einem die Bergwelt kurzweilig erschließen. Für viele ist auch das Murmeltier Gehege eine besondere Attraktion. Schon bald (Stand Juni 2026) beginnt hier oben ein groß angelegtes Bauprojekt, im Rahmen dessen das Bergrestaurant vollständig erneuert wird.
Mit dem Luzern-Engelberg Express sind wir dann bis zur Endstation weiter gefahren, in das weltweit bekannte Engelberg, einem Wintersportparadies, das aber auch im Sommer vieles zu bieten hat. Über mehrere Sektionen führen die Seilbahnen auf über 3.000 Höhenmeter, die letzte Gondel sogar als 360 Grad rotierende Kabine unter dem Namen Titlis Rotair. Schon der Aufstieg ist daher ein Abenteuer.
Oben angekommen erwartet den Gast zwar eine hochalpine Megabaustelle - die neue Titlis Peak Station soll 2029 fertig gestellt werden - doch das tut dem Staunen keinen Abbruch. Denn der absolute Blickfang ist der Titlis Tower, ein stählerner Militärkoloss, der von den Stararchitekten Herzog & de Meuron in eine luxuriöse gastronomisch-chronologische Station umgewandelt wurde.
Speisen auf höchstem Niveau und ein neuer Rolex Shop, der nicht nur die Herzen der Reichen und Schönen höher schlagen lässt. Denn der Eintritt ist auch für Otto Normalverbraucher gratis und unverbindlich. Technik, wenngleich in größeren Dimensionen, ist auch beim Ice-Flyer und beim Cliff Walk, der höchstgelegenen Hängebrücke Europas im Spiel. Dennoch, all diese Wunderdinge der Ingenieurskunst können über eines nicht hinwegtäuschen: das Schmelzen der Gletscher.
Ein anderes Wunder der Natur ist die Aareschlucht bei Meiringen, die wir mit dem Luzern-Interlaken Express angesteuert haben. Und die Schweiz wäre natürlich nicht die Schweiz, wenn dem Naturwunder nicht auch ein Wunder der Technik beigestellt werden würde. Auf rund 1,4 Kilometer bewegt man sich auf Holzstegen durch die Schlucht, die hoch über dem Wasser an den steilen Felswänden verankert sind. Einzigartig fantastisch!
Es gibt zwei Eingänge zur Aareschlucht, den West- und den Ostzugang. Unser Tipp: Treten Sie vom Osteingang in diese gewaltige Traumwelt aus Wasser und Fels. Erstens, weil es kontinuierlich bergab geht. Zweitens, weil sich die Dramaturgie dieses außergewöhnlichen Naturerlebnisses Richtung Westen permanent aufbaut und dort seinen naturgewaltigen Höhepunkt findet. Mehr wollen wir nicht verraten, aber diese Aareschlucht muss man ganz einfach gesehen haben!
Dieses Day Discovery ab Luzern ist ein echter Szenenwechsel zu den Bergen und Schluchten. Und für alle, die unsere 55PLUS-Aargau-Habsburger-Serie kennen, ein echtes Aha-Erlebnis. Denn diese Region nordwestlich von Luzern ging durch die sagenumwobene Schlacht bei Sempach (1386) in die Geschichte ein. Bekanntlich wurde dort das zahlenmäßig weit überlegene Heer der Habsburger von den Eidgenossen vernichtend geschlagen, was gleichzeitig den Anfang vom Ende der habsburgischen Herrschaft im Aargau (1415) bedeutete.
Was hat das aber mit Sursee zu tun? Nun, Sursee, die mittelalterliche Stadt am nördlichen Ende des Sursees, und ihre Bewohner waren die engsten und treuesten Verbündeten der Habsburger. Nach der alles verändernden Niederlage 1386 geriet Sursee unter die Herrschaft Luzerns und der Sursee wurde in Sempachersee umbenannt, so wie er noch heute heißt. Und das Kuriose: An der Einstellung der Surseer hat sich nichts geändert. Trotz der Dominanz Luzerns und der Mitgliedschaft zur Eidgenossenschaft schlägt in Sursee noch immer ein Österreichisch-Habsburgisches Herz, dessen architektonisch-optischer Ausdruck bei einem Spaziergang durch den alten Stadtkern omnipräsent ist. So ist auch der Murihof, die frühere Stadtburg der Habsburger und bis zu dessen Aufhebung 1841 der Amtssitz des Benediktinerklosters Muri (Aargau), mittlerweile wieder im Besitz der katholischen Kirchengemeinde. Wie auch immer. Sursee ist durchaus einen Abstecher wert, vor allem weil man von Luzern in nur rund 15 Minuten dort ist.
Obwohl keine Neuerfindung, sind Day Discoveries der letzte Schrei einer Schweizreise. Es klingt modern und kosmopolitisch und trifft ja auch irgendwie den Kern. Denn in der Eidgenossenschaft liegen die unzähligen Top-Attraktionen nahe beisammen und sind, vor allem mit Öffis, sehr easy erreichbar. Da macht es schon Sinn an einem Ort zu wohnen und von dort seine Tagesausflüge zu unternehmen. Und Luzern ist unbestritten ein solch touristischer Zentralpunkt.
Egal ob CabriO- oder rotierende Rotair-Seilbahn, ob pompöse Gletscher-Kulinarik, Luxusuhren-Shop in eisigen Höhen oder schwindelerregende Holzstege an steilen Felsen über tosendem Wasser, die Schweizer wissen, wie sie die Touristen begeistern können. Billig ist eine Schweizreise nicht, aber jeden Franken wert.
Die Recherche zu diesem redaktionellen Artikel mit Video fand im Rahmen einer Pressereise im Juni 2026 mit freundlicher Unterstützung folgender Institutionen/Unternehmen statt:
Schweiz Tourismus, Wien (www.switzerland.com) - Swiss Travel System (www.travelswitzerland.com) - Luzern Tourismus (www.luzern.com)
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