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Das sensible Wunderwerk der Verdauung

Unter Anderem reguliert der Darm auch einen Teil der Gefühle und stärkt das Immunsystem.
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Das sensible Wunderwerk der Verdauung

Der menschliche Darm leistet täglich Beachtliches. Die im Darm beheimateten Mikroorganismen zerlegen Nahrungsbestandteile in verschiedene Komponenten und machen sie dem Körper zugänglich: So können Vitamine, Fettsäuren, Enzyme und Aminosäuren aufgenommen und verstoffwechselt werden. Darüber hinaus reguliert der Darm auch einen Teil der Gefühle und stärkt das Immunsystem. Mehr Erstaunliches über den Darm erfahren Sie hier.

Ein langer Weg für eine Mahlzeit

Der Weg der Nahrung durch den Körper ist bis zu acht Meter lang und könnte auf einer Fläche von 500 Quadratmetern ausgebreitet werden. Er beginnt in der Mundhöhle und verläuft über Speiseröhre, Magen (der übrigens rund sechs Liter fasst), Dünndarm und Dickdarm bis hin zum Mastdarm, wo die Nahrung ausgeschieden wird. Um den gesamten Verdauungstrakt zu passieren, braucht eine Mahlzeit im Schnitt drei ganze Tage. Vor diesem Hintergrund ist verständlich: In Eile zu essen oder die Nahrung zu schlingen, kann zu Verdauungsproblemen wie Blähungen und vermehrten Darmgeräuschen führen. Was Darmgeräusche im Einzelnen zu bedeuten haben, lesen Sie bei Biomes.

Viel trinken für den Darm

Rund 30 Tonnen Nahrung wandern im Laufe eines Lebens durch den Darm. Was den Darm wieder verlässt, besteht aus Ballaststoffen, Körpergewebe, Schleim, Salzen und Bakterien - und zu 75 Prozent aus Wasser. Ganze neun Liter Flüssigkeit zieht der Darm dafür aus den Zellen, die anschließend wieder rückresorbiert werden müssen. Viel zu trinken, ist daher äußerst förderlich für die Verdauung.

Der Darm als zweites Gehirn

Der Darm wird auch als "enterisches Nervensystem" (ENS) bezeichnet und ist dem Gehirn strukturell sehr ähnlich. Er kann eigenständig Empfindungen wahrnehmen und aus Erfahrungen lernen. Durch 100 Milliarden von Nervenzellen, die sich in Magen, Darm und Speiseröhre befinden, ist der Verdauungstrakt direkt mit dem Gehirn (zentrales Nervensystem, ZNS) verbunden. Es besteht somit ein direkter Zusammenhang zwischen einem gesunden Darm und dem allgemeinen Wohlbefinden. Das "Glückshormon" Serotonin wird sogar zum Großteil im Darm gebildet.

Der Darm als effektiver Immunkämpfer

Auch für das Immunsystem sind die Darmbakterien sehr wichtig. Rund 70 Prozent der körpereigenen Immunabwehr wird vom Darm aus gesteuert. Über 100 Billionen Darmbakterien von 500 verschiedenen Arten bevölkern den Darm und unterstützen ihn bei der Bekämpfung von Infekten. Diese Bakterien bringen übrigens zusammengenommen bis zu zwei Kilogramm auf die Waage. In ihrer Zahl sind es zehnmal mehr, als der Körper eigene Zellen besitzt, und 1.600-mal mehr Lebewesen, als Menschen auf der Erde leben. Damit ist der Dickdarm das am dichtesten besiedelte Ökosystem überhaupt.

Ein sensibles Organ

Bei Schlafmangel können sich vermehrt Dickdarmpolypen bilden. Diese zunächst noch gutartigen Geschwüre können sich mit der Zeit zu Tumoren entwickeln. Wer im Schnitt weniger als sechs Stunden pro Nacht schläft, hat daher ein höheres Risiko, an Darmkrebs zu erkranken. Über den sogenannten Hämoccult-Test lassen sich Darmerkrankungen frühzeitig erkennen. Dieser Test sollte bei Risikopatienten ab dem 30. Lebensjahr einmal jährlich durchgeführt werden. Ab dem 50. Lebensjahr wird außerdem eine Darmspiegelung jährlich empfohlen - auch für nicht vorbelastete Menschen.

Ein gesunder Darm kann viel zur allgemeinen Gesundheit beitragen. Umgekehrt reagiert der Darm auf Stress, Schlafmangel, unpassende Ernährung oder psychische Belastungen unter Umständen sehr empfindlich. Um Magengrummeln, Durchfall, Verstopfung, Blähungen oder ernstere Erkrankungen zu vermeiden, lohnt es sich, dem Darm die Aufmerksamkeit zu schenken, die er verdient.

Ein 55PLUS-Gesundheitstipp.
 
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