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Das können Frauen gegen Blasenschwäche tun

Blasenschwäche ist vor allem unter Frauen weit verbreitet.
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Das können Frauen gegen Blasenschwäche tun

Blasenschwäche lässt sich aktiv behandeln.
 
Blasenschwäche ist vor allem unter Frauen weit verbreitet

© Unsplash / Matthew LeJune / Bewegung / Zum Vergrößern auf das Bild klickenWenn hin und wieder ein paar Tropfen Urin beim Lachen oder Niesen abgehen, beeinträchtigt das die Lebensqualität kaum. Nimmt der unkontrollierte Urinverlust jedoch zu, nehmen viele Betroffenen aus Scham lieber Beeinträchtigungen im Alltag in Kauf, als mit ihrem Arzt darüber zu sprechen. Dabei ist Blasenschwäche alles andere als selten. Rund 850.000 Österreicher sind betroffen. In Deutschland liegt die Zahl der Betroffenen bei neun Millionen. Und auch wenn der Anteil der Altersgruppe ab 40 höher ist, handelt es sich dabei keineswegs nur um Menschen älteren Jahrgangs. Gerade unter Frauen, unter denen schätzungsweise jede vierte einmal selbst Harninkontinenz erfährt, kommt es häufiger schon mit Ende 20 zu Blasenschwäche, etwa nach einer Geburt.
 
Wie entsteht Blasenschwäche?

Dass mehr Frauen als Männer von einer schwachen Blase betroffen sind, ist auf ihre Anatomie zurückzuführen. So ist das weibliche Becken breiter gebaut, wodurch die Beckenbodenmuskulatur stärker beansprucht wird. Während Schwangerschaft und Geburt stößt die Muskulatur schon mal an ihre Grenzen, so dass die Kontrolle über die Blase nachlassen kann. Weitere Ursachen für eine Blasenschwäche bei Frauen können körperliche Belastung, Übergewicht, Infektionen, Unterleibsoperationen, neurologische Erkrankungen sowie Bindegewebsschwäche und verminderte Östrogenproduktion in den Wechseljahren sein. Dass es sich bei den letztgenannten Ursachen um Alterserscheinungen handelt, heißt jedoch nicht, dass Blasenschwäche als normale Begleiterscheinung des Älterwerdens akzeptiert werden muss. Vielmehr kann eine schwache Blase ärztlich behandelt werden; zudem kann man ihr mit verschiedenen Mitteln und Tipps vorbeugen.
 
Blasenschwäche vorbeugen: Das hilft

Meistens wird die Blase schleichend schwächer. Um dem vorzubeugen, hilft vor allem eines: Gezieltes Beckenboden-Training. Der „unsichtbare“ Muskel kann mit bestimmten Sportarten wie Schwimmen, Walken, Yoga oder Gymnastik trainiert werden. Genauso wie mit kleinen Übungen, die unauffällig in den Alltag integriert werden können.
 
Darüber hinaus hilft es, die Belastung für die Beckenbodenmuskulatur so gering wie möglich zu halten, um Blasenschwäche vorzubeugen. Dazu gehört:
  • Übergewicht vermeiden, da dieses den Beckenboden zusätzlich belastet.
  • Auf gesunde Ernährung und Verdauung achten, da Verstopfung, in Fachkreisen chronische Obstipation genannt, enormen Druck auf den Beckenboden ausübt.
  • Mit dem Rauchen aufhören: Nikotin reizt die Blase und Raucherhusten belastet wiederum den Beckenboden.
  • Schweres Heben soweit es geht vermeiden, um den Beckenboden nicht zu überlasten.
Hilfe zur Selbsthilfe: Tipps gegen Blasenschwäche

Blasenschwäche ist kein Schicksalsschlag, den man hinnehmen muss. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, dem unkontrollierten Urinverlust entgegenzuwirken. Neben den bereits erwähnten vorbeugenden Maßnahmen, empfiehlt die Medizinische Kontinenzgesellschaft Österreich (MKÖ) folgende Verhaltensweisen:
  • Ausreichend und gleichmäßig über den Tag verteilt trinken, d. h. bis zu zwei Liter pro Tag (30 ml pro Kilogramm Körpergewicht), da hochkonzentrierter Urin umso aggressiver auf die Blase wirkt.
  • Als Getränke eignen sich Wasser und ungesüßter Tee. Koffein und Alkohol wirken hingegen harnreibend.
  • Beim Harnlassen mit den Fußsohlen ganz auf den Boden auftreten und aufrecht und entspannt sitzen und rinnen lassen, ohne zu pressen.
  • Die Blase nur entleeren, wenn sie voll ist. Also nicht „vorsichtshalber“ auf Toilette gehen, und auch eine volle Blase nicht unnötig aufschieben.
  • Empfehlenswert ist es, die Blase vier bis sieben Mal am Tag zu leeren. Nachts wenn möglich nicht mehr. 
Blasenschwäche therapieren – das passiert beim Arzt

Der erste Schritt zu einer möglichen Heilung von Blasenschwäche ist für Frauen der Besuch bei ihrem Hausarzt oder Gynäkologen. Dieser führt eine gründliche Anamnese durch und setzt zur Diagnose Techniken wie zum Beispiel ein Miktionsprotokoll ein, in dem die Patientin ihre Flüssigkeitsaufnahme und den Harnabgang über eine gewisse Zeit protokolliert. Darüber hinaus untersucht der Arzt den Intimbereich, um festzustellen, ob eine Verlagerung oder Verletzung der Organe die Ursache für die Blasenschwäche ist. Ein Urintest kann Aufschluss über einen möglichen Infekt geben.
 
Diagnostiziert der Arzt eine muskuläre Schwäche als Ursache, verschreibt er zumeist eine Physiotherapie, bei der die Beckenbodengymnastik im Fokus steht. Bei Frauen, die ihren Beckenboden nur schlecht selbst spüren können, kommen bei der Therapie Elektrostimulation und Biofeedback zum Einsatz. Das sind zwei Methoden, mit denen die Spannkraft des Beckenbodens gemessen wird. Bei beiden Methoden wird eine Vaginalsonde eingeführt, die per Kabel mit einem Messgerät verbunden ist. Während es beim Biofeedback lediglich darum geht, die Spannung des Beckenbodens für die Patientin sichtbar zu machen, gibt das Gerät bei der Elektrostimulation elektrische Impulse ab, durch die sich der Beckenboden zusammenzieht. Dadurch wird die Muskulatur zusätzlich trainiert.
 
Je nach Art der Blasenschwäche können auch Medikamente bei der Therapie zum Einsatz kommen. Als letzte Option, wenn keine der erwähnten Therapiemethoden Erfolg zeigt, gibt es die Möglichkeit einer Operation, mit der die Blasenschwäche recht zuverlässig geheilt werden kann.

Ein 55PLUS-Gesundheitstipp.
 
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