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CMD-Syndrom: wenn der Kiefer klemmt

Eine craniomandibuläre Dysfunktion (CMD) ist schwer zu erkennen.
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© 55PLUS Medien GmbH, Wien / Salzburg, Österreich - Haus der Natur_Zahn / Zum Vergrößern auf das Bild klicken

CMD-Syndrom: wenn der Kiefer klemmt

Der Kopf dröhnt, Schulter und Nacken sind verspannt, im Ohr pfeift es, Gelenke schmerzen. Über 50-Jährige schieben das gern aufs Alter. Mit 50 gehen so allmählich die Zipperlein los. Doch die Symptome müssen keine Alterserscheinung sein. Die Ursache kann eine oft verkannte Erkrankung sein: die craniomandibuläre Dysfunktion (CMD). Das Syndrom ist schwer zu diagnostizieren, weil es viele Symptome hat. Dabei ist es gar nicht so selten. Rund 20 Prozent der deutschen Bevölkerung leiden laut GZFA (Gesellschaft für Zahngesundheit, Funktion und Ästhetik) darunter. Was genau ist die craniomandibuläre Dysfunktion und wie äußert sie sich? Wir klären auf und geben Tipps, was dagegen hilft.

Was ist die craniomandibuläre Dysfunktion?

Wenn es zwischen Schädel (Cranium) und Unterkiefer (Mandibula) knirscht, sprechen wir von einer craniomandibulären Dysfunktion. Das Kiefergelenk verbindet beide Knochen. Es ist sehr komplex und öffnet sich wie ein Scharnier. Wird die kräftige Kiefermuskulatur überbelastet, wie beispielsweise durch Zähne knirschen, Fehlbisse oder Fehlstatiken (Rundrücken), reagiert sie mit schmerzhaften Verspannungen. Dabei können sich auch sogenannte Triggerpunkte bilden (kleine Knötchen und Muskelverspannungen). Sie lösen Schmerzen an ganz anderen Körperregionen aus, wie Kopf, Nacken und Schulter. Eine craniomandibuläre Dysfunktion ist also eine Funktionsstörung der Kiefergelenke. Als wirkungsvollste Soforthilfe zur Schmerzlinderung hat sich die Aufbissschiene bewährt. Dabei muss es nicht unbedingt zu starken Schmerzen kommen. Die Symptome sind höchst unterschiedlich.

Symptome der craniomandibulären Dysfunktion

Die Symptome des CMD-Syndroms sind ausgesprochen vielfältig. Sie können im Kopfbereich auftreten, wie beispielsweise Zahnschmerzen, Migräne, Tinnitus, Kieferprobleme, Zahnfleischrückgang. Alternativ sind sie im Rumpfbereich zu spüren (Muskelverspannungen im Nacken und in der Schulter, Rückenschmerzen, Taubheitsgefühle in Fingern und Armen). Wichtig ist, auf die genannten Symptome zu achten und sie ernst zu nehmen. Sie können nicht nur im Alter ein Hinweis auf behandelbare Erkrankungen sein. Der Zahnarzt sollte nicht erst aufgesucht werden, wenn sich der Mund kaum noch öffnen lässt.

Craniomandibuläre Dysfunktion: Diagnose

Zuerst führt der Zahnarzt einen Belastungstest aus. Dadurch erkennt er, welche Strukturen des Kauapparates geschädigt sind. Zudem erfährt er, ob weiterer Handlungsbedarf besteht. Gibt der Belastungstest keinen wirklichen Aufschluss, folgen Funktionsanalysen. Bei der klinischen Funktionsanalyse analysiert der Zahnarzt den Störungsumfang, die Kiefer- und Fehlstellungen sowie die schmerzauslösenden Bereiche. Im Mittelpunkt steht der Bewegungsumfang des Unterkiefers. Bestätigt sich durch die klinische Funktionsanalyse der Verdacht einer craniomandibulären Dysfunktion, folgt die instrumentelle Funktionsanalyse. Dabei analysiert der Zahnarzt den Funktionsstatus des Kauorgans und seine Abweichungen. Unterstützend kann der Dentist Röntgenaufnahmen, Magnetresonanztomographie (MRT) oder Gelenkspiegelung (Arthroskopie) für eine sichere Diagnose heranziehen.

Behandlung der craniomandibulären Dysfunktion

Eine wirkungsvolle Sofort- und Dauermaßnahme ist die Aufbissschiene. Kurzfristig hilft sie, die Ursachen des CMD-Syndroms zu erkennen und auszuschalten. Langfristig unterstützt sie die Rekonvaleszenz der Kieferfunktion. Neben der Aufbissschiene sind oft fachübergreifende Behandlungen zielführend. Der Zahnarzt kümmert sich um Zahn- oder Kieferprobleme. Die Fehlhaltungen im Rumpf sind Sache der Orthopäden und Physiotherapeuten. Kommen psychische Faktoren hinzu, wie Überförderung, können Psychotherapeuten helfen. Die Behandlungsformen hängen von den Symptomen ab. Bei Bewegungseinschränkungen fördern Osteopathen die Flexibilität der Muskeln und Gelenke. Entzündungshemmende Wirkung hat Rotlicht. Gegen Stress hilft Yoga. Zur Unterstützung der physischen Maßnahmen setzen Ärzte Medikamente ein.

Ein 55PLUS-Gesundheitstipp.

 
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