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Bio-Genuss in Andalusien, Spanien

Bio-Obst und -Gemüse aus Andalusien.
Mango am Baum - Firma Frunet S.L. in Algarrobo, Málaga/Spanien - © Edith Spitzer, Wien

Bio-Genuss in Andalusein, Spanien

Der südlichste Teil des Festlandes Spaniens ist für seinen Obst- und Gemüseanbau bekannt. Aber wussten Sie auch, dass Andalusien der größte Bio-Lieferant Europas ist? Bioware, die zu 80% exportiert wird?
Wer einmal die Früchte oder das Gemüse aus biologischem Anbau dieser Region gekostet hat, möchte am liebsten die Waren nur mehr direkt beziehen. Frische Orangen, Mandarinen, Mangos schmecken natürlich viel intensiver, als jene Produkte, die wir hier im mitteleuropäischen Raum erhalten.

Im Rahmen einer kleinen Tour hatte ich Gelegenheit, einige der Bioproduzenten zu besuchen und die Waren vor Ort zu verkosten.

Orangen auf der Plantage von Rio Tinto Fruit S.A. in El Campillo, Huelva/Spanien - © Edith Spitzer, Wien

Rio Tinto Fruit in El Campillo, Huelva

Rund 1 1/2 Stunden von Sevilla entfernt, besuchen wir die 3.000 Hektar umfassende Zitrusfrüchtefarm Rio Tinto Fruit, wovon rund 300 Hektar nach der Bio-Methode angebaut und bearbeitet werden. 400 Meter über dem Meeresspiegel und 70 km vom Meer entfernt hat das Tal mikroklimatisch optimale Voraussetzungen, damit Orangen, Mandarinen, Clementinen, Grapefruits und Zitronen hervorragend gedeihen.

Herrlicher Duft reifer Orangen auf der Plantage der Rio Tinto Fruit S.A. in El Campillo, Huelva/Spanien - © Dr. Jorge Paredes-Gebhard

Wir kommen gerade rechtzeitig, denn in Pena del Aquila wird geerntet. Der Geruch reifer Früchte liegt in der Luft. Die Orangen werden nach Größe gepflückt und direkt auf der Plantage in großen Kisten verpackt. Orangen von einem intensiven Geschmack, wie ich nach einer Verkostung feststellen konnte.

Interessant ist auch die Züchtung der sogenannten Günstlinge. Insekten, die Schädlinge an- und von den Früchten weglocken. Kleine Körbe mit diesen Günstlingen werden auf Bäume und Sträucher aufgehängt und sorgen so dafür, dass die Schädlinge die Früchte in Ruhe gedeihen lassen.

Nähere Informationen:
www.rtfruit.com

Orangenernte auf der Plantage von Rio Tinto Fruit S.A. in El Campillo, Huelva/Spanien - © Edith Spitzer, Wien

Monte Mediterráneo Foundation in Dehesa de San Francisco, Santa Olalla del Cala

Die Landwirtschaft Monte Mediterráneo Foundation hat sich der biologischen Tierhaltung verschrieben, Tiere wie das Iberische Schwein, Schafe, Ziegen, rot-braune Retinto und schwarz-weiße Berrendo Rinder oder Esel und Pferde. Neben den Tieren wachsen und gedeihen auf diesem Landstrich Eichen, deren Korkrinden nicht nur für die Flaschen, sondern auch für die Einrichtung Verwendung finden.

Korkeichen-Hain auf der Monte Mediterráneo Foundation in Santa Olalla del Cala, Huelva/Spanien - © Edith Spitzer, Wien

Die Besonderheit des Schinkens der Iberischen Schweine ist die Tatsache, dass sich die Tiere von den Eicheln ernähren. Das verleiht dem luftgetrockneten Schinken das zarte Aroma von Nüssen - einmalig. Einmal gekostet und man hat das Syndrom der berühmten Nüsse - "Wenn ich nur aufhören könnt`!"

Iberische Schweine auf der Monte Mediterráneo Foundation in Santa Olalla del Cala, Huelva/Spanien - © Edith Spitzer, Wien

Damit auch keine Pestizide den natürlichen Lebensraum der Tiere stören, wird der landwirtschaftliche Betrieb immer wieder von staatlicher Seite kontrolliert. Neben der Tierhaltung pflanzt das Unternehmen aromatische Kräuter, Laventel, Stevia und andere typische Staudengewächse.

Nähere Informationen:
www.fundacionmontemediterraneo.com

Esel auf der Monte Mediterráneo Foundation in Santa Olalla del Cala, Huelva/Spanien - © Edith Spitzer, Wien

Bodega Friedrich Schatz "Finca La Sanguijuela" in Serrania de Ronda, Ronda

Der aus Deutschland stammende Winzer Friedrich Schatz beschäftigte sich in Andalusien als erster mit biologischem Weinbau. Zuerst wurde der aus einer alten (seit 1641) Winzerfamilie kommende Schatz von den alteingesessenen Winzern der Umgebung belächelt, aber als er die ersten Auszeichnungen für seine Weine erhielt, setzen immer mehr Weinbauern auf Bio.

Weine der Weinkellerei F. Schatz in Ronda, Málaga/Spanien - © Edith Spitzer, Wien

Seit 1982 versucht sich Friedrich Schatz mit der ökologisch einwandfreien Produktion von Weinen. Sorten wie Chardonnay, Pinot Noir, Petit Verdot, Rose (von der Muskatella-Traube), Pinca Sanguijuela (ein Cuvée aus Tempranillo, Syrah, Merlot und Cabernet Sauvignon) und das Flagschiff Acinipo, deutsch Lemberger, entstanden dem Können um den Weinbau.

Die Kombination aus traditionellen und modernen Weinbau in Verbindung mit naturbelassener Methode mündete in eine neue D.O.Qualifikation, die seit 2001 unter dem Titel "Sierras de Malaga-Serrania de Ronda" eingetragen wurde. Nach einer Verkostung der Weine war mir klar, warum die Weine von Friedrich Schatz so geschätzt werden: Sie sind eine Sünde wert.

Nähere Informationen:
www.f-schatz.com

Friedrich Schatz, Weingut Schatz in Ronda, Málaga/Spanien - © Edith Spitzer, Wien

Frunet S.L. in Algarrobo, Malaga

Das Unternehmen Frunet wurde 1996 gegründet und stellte 2002 sowohl ihre Produktion als auch den Großhandel komplett auf und mit biologischen Waren um. Eine kontinuierliche Kontrolle und enge Zusammenarbeit mit CAAE garantieren die Unbedenklichkeit der Ware.

Mangobäume - Frunet S.L. in Algarrobo, Málaga/Spanien - © Edith Spitzer, Wien

Bei einer Verkostung konnte ich mich von der Frische und hervorragenden Qualität des Obst und Gemüses überzeugen: Eine so herrlich schmeckende Mango habe ich noch nie gegessen. Allein schon die Farbe ist ein Gedicht: sattes Gelb zum Hineinbeissen!

Ein Rundgang im Verpackungsbetrieb überzeugte mich von der schwierigen Arbeit der Leute. Die Produkte werden in nur zum Teil maschinell verpackt, die Auswahl und Sortierung in die Verpackung erfolgt händisch.

Gurken der Firma Frunet S.L. in Algarrobo, Málaga/Spanien - © Edith Spitzer, Wien

Danach besuchten wir noch einen Partnerbetrieb, der Mangos nach biologischer Anbauweise erzeugt. Wie gefärbte Ostereier hängen die reifen Mangos auf den Bäumen. Im Gewächshaus finden wir reife Tomaten verschiedenster Formen wie Dattel- oder Rispentomaten. Auch hier werden die Schädlinge mit den selbst gezogenen "Günstlingen" vertrieben - eine Wissenschaft für sich!

Nähere Informationen:
www.frunet.net

Frunet S.L. in Algorroba, Malaga - Tomaten - © Edith Spitzer, Wien

Miguel Cazorla in Pechina, Almeria

Im Südosten von Andalusien hat der Bio-Bauer Miquel Cazorla seine Plantage, die sich seit 2000 der biologischen Anpflanzung verpflichtet fühlt. Hohe Qualität bei den Pflanzen und Erträgen, Frische und rascher Transport sind die Maxime des überzeugten Bio-Pflanzers.

Melanzani - Miguel Cazorla in Pechina, Almeria/Spanien - © Edith Spitzer, Wien

In den Gewächshäusern wachsen verschiedene Varianten von Tomaten - Cherry-, Wein-, Datteln- oder Rispentomaten. Die Reben wachsen Richtung Dach des Gewächshauses, die Früchte hängen jedoch am unteren Ende und können so leichter geerntet werden. Neben Tomaten gedeihen hier unter Anderem Gurken, Melonen oder Melanzani.

José Luis Garcia Melgarejo, Geschäftsführer der CAAE, und Miguel Cazorla, Bio-Gemüsefarm - © Edith Spitzer, Wien

Oro del Desierto in Tabernas, Almeria

Oro del Desierto ist ein altes Familienunternehmen, das sich 100 % den Oliven verschrieben hat. Im Tal von Tabernas herrschen ideale Bedingungen für die Olivenbäume, denn bei rund 3000 Sonnenstunden im Jahr können die kleinen ovalen Früchte nur bekömmlich werden.

Oliven in den Olivenhainen von Oro del Desierto in Tabernas, Almeria/Spanien - © Edith Spitzer, Wien

Nicht nur die perfekten klimatischen Bedingungen auf den Olivenplantagen tragen dazu bei, dass das Olivenöl hier so hervorragend schmeckt, auch die richtige Handhabung der Mühle ist wichtig. Bereits 1920 wurde die heute noch zu besichtigende alte Mühle erbaut, doch erst Ende der 1990er errichtete Rafael Alonso eine neue, in der jedoch nur mehr organische Oliven verarbeitet werden.

Nähere Informationen:
www.orodeldesierto.com

Historische Olivenmühle in der Oro del Desierto in Tabernas, Almeria/Spanien - © Edith Spitzer, Wien

Die Bio-Unternehmen Andalusiens haben sich in einer Dachorganisation namens CAAE formiert, die sich intensiv mit der Vermarktung und der Einhaltung der Auflagen für biologische Produkte kümmert. Sicher keine leichte Aufgabe!

Ein Reise- und Genusstipp von Edith Spitzer.

 

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