Heute ist Samstag, der 24.01.2026 Mail Newsletter | Geschenk Gewinnspiel
Drucken

Bewegung als Medizin

Warum Aktivität der beste Schutz für unsere Gesundheit ist.
KWG Skreiner Pfob Studio - © Klinikum Wels-Grieskirchen

Bewegung als Medizin

Regelmäßige Bewegung ist eine der effektivsten Maßnahmen zur Prävention und Behandlung zahlreicher Erkrankungen. Doch wie genau beeinflusst körperliche Aktivität unsere Gesundheit, und welche Rolle spielt sie in der Therapie chronischer Krankheiten? Alexander Skreiner, Leiter des Instituts für Physikalische Medizin und allgemeine Rehabilitation am Klinikum Wels-Grieskirchen, und Michael Pfob, Sportwissenschafter und Trainingstherapeut für innere, orthopädische und neurologische Erkrankungen am Medifit Wels, erklären, warum unser Körper für Bewegung geschaffen ist, dass bereits kleine Veränderungen gesundheitliche Vorteile bringen und wie jeder von der Medizin „Bewegung“ profitieren kann.

„In der Steinzeit waren wir Jäger und Sammler, wir mussten uns unser Essen selbst besorgen. Heute reicht der Weg von der Couch bis zum Kühlschrank oder zur Haustür, wenn der Lieferservice klingelt“, erklärt Michael Pfob. „Unser Körper ist auf Bewegung ausgelegt, doch der technische Fortschritt hat uns zunehmend in eine sitzende Lebensweise gedrängt.“ Tatsächlich verbringen wir 77 Prozent unserer Wachzeit im sogenannten ‚sedentary lifestyle‘ – eine Entwicklung, die viele Zivilisationskrankheiten begünstigt.

KWG Skreiner Alexander Dr MSc Prim Physikal 2 - © Klinikum Wels-Grieskirchen

Warum Bewegung so wichtig für unsere Gesundheit ist

Um den eigenen Körper gezielt zu trainieren, braucht es bei vielen Überwindung. „Der Mensch ist ein Gewohnheitstier“, erklärt Pfob. „Bis die Übungen selbstverständlich werden, müssen sie etwa 80 Mal wiederholt werden, da vergehen einige Wochen. Hier helfen fixe Trainingstage, ein Trainings-Buddy zur Motivation, Fitness-Tracker oder professionelle Anleitung.“ Die Mühe lohne sich aber: „Bewegung ist wie ein universelles Medikament mit vielfältiger Wirkung. Durch Muskelaktivität werden bestimmte Botenstoffe ausgeschüttet, die im Körper zahlreiche positive Effekte entfalten – sie unterstützen uns bei der Fettverbrennung, beim Glukosestoffwechsel oder bei der Bekämpfung von Krebszellen. Rund 600 dieser Myokine sind bereits bekannt. In Zukunft werden Wissenschaft und Forschung klären, welche Myokine durch welche Trainingsarten freigesetzt werden und wie man diesen Effekt bewusst einsetzen kann.“

Alexander Skreiner ergänzt: „Regelmäßige körperliche Aktivität steigert nicht nur die Lebensqualität, sondern nimmt eine Schlüsselrolle in der Prävention von Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems, der Lunge und des Stoffwechsels ein. Zudem wirkt sie positiv auf neurologische Beschwerdebilder und schützt die Gelenke.“ In seiner täglichen Arbeit sieht der Experte: „Ein trainierter Körper verfügt über eine bessere Koordination und ein geringeres Verletzungsrisiko. Die Selbständigkeit bleibt länger erhalten.“ Bewegung beeinflusse zudem das psychische Wohlbefinden: „Beim Training werden Endorphine ausgeschüttet, die Stress reduzieren und die Stimmung heben“, so Skreiner. Zudem könne Bewegung Alzheimer verzögern und depressive Verstimmungen mildern.


Bewegung im Alltag und gezieltes Training – Das Richtige für jeden

Nicht nur intensives Training ist wirksam, bereits kleine Veränderungen können einen positiven Effekt haben. „Treppensteigen statt Lift, kurze Spaziergänge – das sind einfache erste Schritte“, so Skreiner. Doch um die vollen gesundheitlichen Vorteile zu erzielen, sei strukturiertes Training mit der richtigen Frequenz, Intensität und Dauer erforderlich. Jede Trainingsart bewirke unterschiedliche Anpassungsmechanismen im Körper. „Ausdauertraining verbessert die Herz- und Lungenfunktion, während Krafttraining die Muskulatur und Knochendichte stärkt“, sagt Skreiner. „Eine Kombination aus beiden Formen ist ideal. Besonders wichtig: die richtige Trainingsform für Menschen mit bestehenden Beschwerdebildern. Denn jemand mit Osteoporose oder einer Knieprothese braucht ein anderes Training als ein Patient nach einem Herzinfarkt.“

Bei Vorerkrankungen solle man den eigenen Gesundheitszustand durch einen Sportarzt oder Orthopäden bewerten lassen. „Ein individuell abgestimmter Trainingsplan stellt sicher, dass das Training effektiv ist, ohne zu überfordern“, so Pfob. Vorsicht sei bei Fitnesstrends wie High-Intensity-Training (HIT) geboten. „Dieses Training ist effektiv, aber für Einsteiger nicht geeignet und für Menschen mit Vorerkrankungen nur unter Aufsicht empfohlen.“

KWG Pfob Michael Mag BA Medifit - © Klinikum Wels-Grieskirchen Medifit Wels

Training als Rezept für lange Selbstständigkeit

Ab dem 65. Lebensjahr muss der Fokus verstärkt auf den Muskelaufbau gelegt werden. „Krafttraining hilft, die Selbstständigkeit im Alter zu bewahren. Es macht einen entscheidenden Unterschied, ob ich selbst einkaufen gehen kann oder auf Hilfe angewiesen bin“, betont Pfob. Auch bei Gelenkerkrankungen spielt die Konstitution eine große Rolle. „Patienten, die bereits vor einer Gelenkabnutzung fit sind, haben nach der Implantation einer Endoprothese ein deutlich besseres Outcome“, erklärt Skreiner. Wer also frühzeitig in seine Fitness investiert, profitiert später von einer besseren Lebensqualität.

Dass aber auch im hohen Alter noch effektives Training möglich ist, zeigt sich im Medifit Wels: „Unsere ältesten Kunden sind über 80 Jahre alt und trainieren regelmäßig“, berichtet Pfob. „Viele bleiben dadurch mobil und selbstständig. Selbst Patienten nach einem Schlaganfall oder einer Operation können mit dem richtigen Training ihre Alltagsfähigkeit erhalten.“


Quelle: 
Klinikum Wels-Grieskirchen GmbH
Eine Einrichtung der Kreuzschwestern und Franziskanerinnen
www.klinikum-wegr.at

Diesen Artikel teilen
Teilen
Ihr Kommentar

Was meinen Sie zu diesem Artikel?
Schreiben Sie einen Kommtentar!

Bewegung

Wintersport Depositphotos 189561820 L
© depositphotos.com/ luckyraccoon

Winter - Das Knie ist am meisten gefährdet
Bewegung
© Foto von Vlada Karpovich by pexels com
Aktiv und gesund bleiben im besten Alter
Bewegung
© Foto von Emma Simpson auf Unsplash
Kreatin im Alter
Ybbstalradweg, NÖ
© Mostviertel Tourismus/schwarz-koenig.at
Ybbstalradweg - das neue Highlight im Mostviertler Radwegenetz
Neusiedler See - Bootfahren
© NTG / www.steve-haider.com
Sport am Neusiedler See
Raften Slunj, Kroatien_detail
© Vedran Metelko
Aktiv in Kroatien
La Reserva Golf Panoramica in Sotogrande, Spanien
Foto © NH Resorts Hotel Almenara Sotogrande
Golfparadies Sotogrande in Andalusien, Spanien

Bewegung

Schwarzwald, DE - Heilklimasteig_Rast
© Ferienland Schwarzwald
Heilklima-Steig im Schwarzwald
ergoflix - eRollstuhl
© ergoflix Group GmbH
Unterwegs sein mit E-Rollstuhl
Pilates Matwork 03
© Pilates Verband Austria
Pilates
Radsport Laura Stigger
© gloryfy com / Thomas Eberharter
Sport im Freien - Brille oder Kontaktlinse?
Rückenfit
© BdR e.V. / AGR (Aktion Gesunder Rücken)
Rückenfit im Sommer
Bewegung im Alltag_detail
© Aktion Gesunder Rücken (AGR) e.V.
3 Tipps für einen aktiveren Alltag
Online-Trainingsprogramm
© Aktion Gesunder Rücken (AGR) e.V.
Sportlich aktiv mit Home-Workouts
Eislaufen - Sturz
© Foto iStock / YanLev
Hochsaison für Unfälle auf dem Eis
Powerball ABS
© Aktion Gesunder Rücken (AGR) e.V.
Sportgeräte stärken den Rücken auch zuhause
Ergon Bike Ergonomics_
© Aktion Gesunder Rücken (AGR) e.V. / Tino Pohlmann
Das ergonomische Fahrrad
Bewegung im Alltag_detail
© Aktion Gesunder Rücken (AGR) e.V.
Mehr Bewegung im Alltag
Heute ist Samstag, der 24.01.2026 Mail Newsletter | Geschenk Gewinnspiel