
Belvedere, Wien: Ausstellung Ferdinand Georg Waldmüller
Das Belvedere präsentiert Landschaftgemälde des Malergenies der Biedermeierzeit Ferdinand Georg Waldmüller.
Belvedere, Wien - Ausstellung Ferdinand Waldmüller_Praterlandschaft - © Edith Spitzer, Wien
Belvedere, Wien: Ausstellung Ferdinand Georg Waldmüller. Nach der Natur gemalt
Ferdinand Georg Waldmüller (1793 bis 1865) war der bedeutendste österreichische Maler der Biedermeierzeit, der bis ins hohe Alter malte und so eine über 1.200 Werke umfassende Sammlung hinterließ. Er war auch der erste realistische Maler, der das tägliche Leben oder die Natur abgebildet hat. Mit seinen Bildern thematisierte er die Arbeit der bäuerlichen Bevölkerung, was bis dahin kein Maler getan hatte.
Belvedere, Wien - Ausstellung Ferdinand Waldmüller_Ausstellungsansicht - © Edith Spitzer, Wien
Ob in der unverfälschten Darstellung des menschlichen Antlitzes, in der fein gearbeiteten Abbildung der Natur oder in der getreuen Wiedergabe des oft harten Alltags der ländlichen Bevölkerung - Ferdinand Waldmüller ist einmalig in seiner Pinselführung. Durch Licht- und Schattenelemente wirken die Darstellungen plastisch, was gerade bei den zeitgenössischen Kollegen Kritik hervorrief. Jedoch bei den Mitgliedern der Sezession wie Schiele und Klimt gilt er durch seinen Malstil als "Ursecessionist" und Vorbild für Abbildungen.
Eine Besonderheit der Malkunst des Künstlers besteht auch darin, dass er nur die besten Grundmaterialien für seine Bilder verwendete, was ihm den Beinamen eines "Snobs der Maler" einbrachte. Die Leuchtkraft der Exponate nach 200 Jahren geben ihm aber Recht und allen Kunstfreunden den Genuss eines noch farblich unverfälschten Gemäldes.
Belvedere, Wien - Ausstellung Ferdinand Waldmüller_Ansicht Ausstellung - © Edith Spitzer, Wien
Zuerst als Hintergrund zu dem Portraitmalereien vorgesehen, rückt im 19. Jahrhundert die Natur in den Vordergrund der Gemälde. Die realistischen Naturlandschaften wie etwa die Bäume im Wiener Prater und die Szenen aus dem Salzkammergut werden bei der Akademieausstellung 1832 ausgestellt. In Folge führt Ferdinand Waldmüller seine Reisen nach Italien, wo er neue Anreize für seine Landschaften erhält. Besonders durch die genaue Beobachtung der Motive werden die Darstellungen von Licht- und Schattenpartien verstärkt.
Belvedere, Wien - Ausstellung Ferdinand Waldmüller_Selbstportrait - © Edith Spitzer, Wien
Die Ausstellung "Ferdinand Georg Waldmüller. Nach der Natur gemalt" zeigt das umfangreiche Schaffen seiner Landschaften und ist von 27. Februar bis 14. Juni 2026 in der Orangerie des Unteren Belvederes täglich von 10:00 bis 18:00 Uhr zu sehen.
Nähere Informationen:
www.belvedere.at
Ein Kultur- und Ausstellungsstipp von Edith Spitzer.
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