
Angespannte Lawinensituation im freien Gelände
Am Stubaier Gletscher ging eine große Lawine ab, mehrere Personen wurden verschüttet. Der Österreichische Alpenverein warnt nun vor einer angespannten Lawinensituation im freien Gelände.
Skitour Jochgrubenkopf - © Alpenverein / Simon Schöpf
Alpenverein warnt: Angespannte Lawinensituation im Gelände
Am Stubaier Gletscher hat sich ein Lawinenabgang ereignet: Im Bereich der Daunscharte ging eine große Lawine ab, mehrere Personen wurden verschüttet. Nun appelliert der Österreichische Alpenverein, dass gerade an den ersten Schönwettertagen nach dem Neuschnee besondere Vorsicht geboten ist.
Ötztal, Tirol - Skitour Amberger - © Alpenverein / Simon Schöpf
Besondere Gefahr durch frische Triebschneeansammlungen
Trotz winterlicher Optik ruft der Alpenverein dazu auf, keine Hänge über 30 Grad zu befahren. Die Kombination aus Neuschnee, starkem Wind und heiklen Altschneeschichten schafft derzeit eine gefährliche Ausgangslage für Skitourengeher und Variantenfahrer.
Jörg Randl, Bergsportexperte im Österreichischen Alpenverein, warnt: „Für Variantenfahrer und Skitourengeher besteht derzeit besondere Gefahr durch frische Triebschneeansammlungen, die durch Neuschnee und starken, drehenden Wind entstanden sind. Zusätzlich ist das Altschneeproblem vor allem oberhalb von 2.800 m Höhe in steilen Nordhängen besonders heikel: Im Zuge dieser Situation gilt nochmals der Appell, defensiv zu fahren und keine Hänge über 30 Grad zu befahren.“
Jörg Randl, Alpenverein - © Alpenverein / Argonaut
Vollständige Notfallausrüstung essenziell
Randl betont, dass jeder, der ins freie Gelände geht, unbedingt eine vollständige Notfallausrüstung mitführen muss. Dazu gehört ein funktionsfähiges 3-Antennen-LVS-Gerät, eine Sonde, eine stabile Lawinenschaufel aus Aluminium, ein Mobiltelefon, ein Erste-Hilfe-Set, eine Rettungsdecke und ein Biwaksack; empfohlen werden außerdem ein Lawinen-Airbag sowie ein Skihelm, besonders wegen der heiklen Übergangsbereiche mit möglichem Steinkontakt. Nur mit vollständiger Ausrüstung kann im Notfall eine effiziente Rettungskette (Kameradenrettung vor Ort / organisierter Rettungseinsatz) funktionieren, sagt Randl.
Weitere Informationen:
Österreichischer Alpenverein
www.alpenverein.at
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