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Heute ist Mittwoch, der 07.01.2009

Zwei Kirchenschätze in Padova, Italien

Von den Euganäischen Thermen in die nahe Metropole des Venetos.


Padova, seit Jahrhunderten eine Stadt der Künste und Wissenschaft, heute auch eine dynamische Wirtschaftsmetropole im Norden Italiens. Als Stadtgründer wird der Trojaner Antenor genannt, der sich auf der Flucht aus Kleinasien um 1200 v. Chr. in den Sümpfen des Brenta-Flusses niedergelassen haben soll. Padova gilt damit als eine der ältesten Städte Italiens.

Fresken von Giotto

Heute vermischt sich Anitke mit Moderne, die Tradition mit der Avantgarde, in einer ständigen Verbindung, die dieser Stadt einen besonderen und einzigartigen Charme verleiht. Die Stadt birgt schier unerschöpfliche Kunstschätze der unterschiedlichsten Epochen. Zwei Gustostückerln sollen Lust auf mehr machen.

Scrovegni-Kapelle

Fresko von GiottoRund um die römische Arena und die angrenzende Piazza Eremitani befindet sich Padovas Museumsqurtier. Die Attraktion schlechthin ist die Scrovegni-Kapelle, die Teil des großen Scrovegni-Palastes war, der 1824 abgerissen wurde. Der hohe Innenraum der von außen unscheinbaren Kapelle ist bis zur Decke mit Giottos berühmten Freskenzyklus (38 Bilder auf 900 m2) bedeckt, die er Anfang des 14. Jahrhunderts schuf.

Cappella degli Scrovegni, PadovaEnrico Scrovegni beauftragte Giotto mit der Gestaltung der Kapelle. Sein Vater machte ein Vermögen auf undurchsichtige Art und Weise und Enrico wollte sich mit diesem Kirchenbau gegen das Risiko des Fegefeuers absichern. Er ist auf einem der Bilder, in einem violetten Mantel gehüllt (Violett=Farbe der Reue), abgebildet. Das Bauwerk erinnert an die frühchristlichen Grabmäler in Ravenna und diente als Begräbniskapelle. Das öffentliche Interesse war jedoch von Anfang an sehr groß und so wurde die Kapelle schon bald öffentlich zugänglich. Die Familie Scrovegni betrat die Kapelle jeoch durch einen familieneigenen Eingang, durch diese Türe betreten die heutigen Besucher ebenfalls die Kapelle.

Giotto war zum Zeitpunkt des Auftrags bereits ein berühmter Künstler und arbeitete auch für den Papst. Der größte Teil des Freskenzyklus ist dem Leben von Maria und Jesus gewidmet. Zentrale Punkt ist aber die Darstellung des Jüngsten Gerichts an der Eingangswand. Die dramatische Bewegtheit der Figuren bei gleichzeitig hoher Realistik und Lebendigkeit zeichnet Giottos Kunst aus. Mit diesem ausdruckstarkem Werk sprengte er die starren Sichtweisen seiner Zeit und schuf eines der bedeutendsten Kunstwerke Europas, mit dem er viele Künstler nach ihm bis hin zu Michelangelo stark beeinflusste.

Achtung: Für den Besuch der Cappella degli Scrovegni ist eine Reservierung per Internet (Email: info@cappelladegliscrovegni.it) oder Telefon (+39-049-2010020) obligatorisch.

Basilika des heiligen Antonius, Il Santo

Basilika des hl. Antonius, Il Santo
Die Basilika ist eine höchst eigenwillige byzantinische Konstruktion mit acht großen Kuppeln und schlanken Spitzentürmchen. Mit dem Bau der großen Wallfahrtskirche wurde 1232 wenige Monate nach dem Tod des hl. Antonius begonnen, um dort die sterblichen Überreste des Heiligen zu bewahren. Vom 13. Jahrhundert an bis heute wurde sie mit wertvollen Kunstwerken ausgestattet.

Der 1195 in Portugal geborene Antonius starb 1231 in Padova. Der volkstümliche und wortgewaltige Franziskanermönch, dem zahlreiche Wunder zugeschrieben wurden, wurde bereits ein Jahr nach seinem Tod heilig gesprochen. Sein Sarkophag steht im linken Seitenschiff (Cappella di Sant`Antonio). Die Basilika hat sich seit dem zu einem bedeutenden Ziel für Pilger aus Europa und der ganzen Welt entwickelt.

Die Basilika des hl. Antonius ist täglich geöffnet.

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Ein Reisetipp von Gustav Schatzmayr.

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