Auf den Spuren der Vergangenheit – Syrien zwischen Gestern und Heute
Erbe der Antike
Syrien ist ein Paradies für Archäologen, hier graben viele Nationen, Schweizer, Deutsche, Österreicher, Amerikaner. 
Wenn man durch die Wüste fährt – mehr als 80% des Landes sind Wüste – sieht man sehr oft links und rechts der Piste tafelbergförmige Erhebungen, arabisch „Tell“ (Tell Bia, Tell Birak, Tell Halaf, Tell Hariri u.v.a.). Unter buchstäblich jedem dieser „Tell“ befindet sich eine historische Stätte, immer wieder wird ein Tell geöffnet und die Archäologen finden fantastische Zeugnisse, die bis zu 5000 Jahre in der Erde schlummerten, wie beispielweise die Stadt Ugarit, die erst in den 40er Jahren des 20. Jahrhunderts restlos von Schweizer Archäologen ausgegraben wurde.
25 Kilometer nordöstlich von Aleppo liegt das Simeonskloster. Simeon war der erste Säulenheilige der Kirchengeschichte. Geboren um 390 nach Christus in Kilikien, trat er in ein Kloster ein und nach einem abwechslungsreichen Leben wurde ihm eine 19 Meter hohe Säule mit einem Quadratmeter Querschnitt errichtet, auf der er bis zu seinem Tode 30 Jahre lang ausharrte. Später wurde darum eine Kirche erbaut - die monumentalen Reste sind heute noch erhalten.![]()
Die Syrer sagen: „Wer nicht am Euphrat war, kennt das Land nicht!“ Man erwartet als Reisender einen braunen, trägen Strom – die Wirklichkeit sind anders aus: Ein blaugrüner Fluss mit klarem Wasser. Hier entstanden in der Antike Festungen und Königsstädte wie Mari aus dem 4. Jahrtausend vor Christus (berühmt durch den Fund von 25 000 Keilschrifttafeln), heute an der irakischen Grenze und Dura Europos, eine antike Großstadt, deren Geschichte bis ins 3. Jahrtausend vor Christus zurückreicht.
Der Höhepunkt für alle Antikenfreunde liegt eine Tagesreise weiter im Westen, mitten in der Wüste: Palmyra. Ein Andenken an das Königreich der legendären Zenobia (213 – 274), die den römischen Großmachtbestrebungen die Stirn bot, allein gegen Kaiser Aurelian schließlich verlor und im Triumphzug nach Rom gebracht wurde, durch ihre Klugheit und Schönheit aber ihren Lebensabend in einer Staatsvilla und als Gattin als römischen Senators verbrachte.
Für die Touristen ist der Besuch von Palmyra eine Zeitreise in die Welt der Antike und der Begegnung der persischen, der hellenistischen und der römischen Kultur, deren Denkmäler noch heute mitten im Wüstensand zu bestaunen sind.
Ein Reisetipp von Peter Soukup.
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