Schaubergwerke in Bad Bleiberg, Kärnten Dass Kärnten das österreichische Familien-Erlebnisland schlechthin ist, darf als bekannt vorausgesetzt werden. Auch die
Region Villach-Warmbad / Faaker See / Ossiacher See nimmt in dieser Familienorientierung einen besonderen Stellenwert ein: Immerhin gehören der Gegend zwei der größten Badeseen, die zweitgrößte (und heimliche Haupt-)Stadt Villach sowie etliche der bekanntesten Attraktionen, wie
Terra Mystica und
Terra Montana, des Landes an. Die Reize der Region enden jedoch nicht an der Erdoberfläche, wie
Bad Bleiberg beweist:

Bad Bleiberg ist ein kleiner Ort, ganz in der Nähe von Villach
(
klick hier zum Region Villach-Video). Wie der erste Teil des „Familiennamens“ BLEIberg unschwer erkennen lässt, wurde hier über Jahrhunderte Blei und Zink abgebaut. Der „Vorname“ zeigt uns wiederum, dass die Gemeinde im idyllischen Bleiberger Hochtal als Thermalort mittlerweile eine eher touristische Ausrichtung erfahren hat. Einem plötzlichen Wassereinbruch im Jahr 1951 ist es zu „verdanken“, dass plötzlich 29 Grad warmes Thermalwasser in die Bergwerksstollen eindrang. Glück im Unglück, denn zu diesem Zeitpunkt wies der Bergbau schon lange nicht mehr die Rentabilität vergangener Jahrhunderte auf und wurde 1993 ganz eingestellt. Aber da hatte man mit dem Thermalangebot bereits einen zweiten Zug (pardon: Hunt) auf Schiene gebracht.
Terra Mystica und Terra Montana 

Die traditionsbewussten Bleiberger wollten ihr montanistisches Erbe jedoch nicht in Vergessenheit geraten lassen und überlegten, wie man die Bergbauvergangenheit touristisch nutzen könnte.
Terra Mystica und
Terra Montana lauten die Antworten, die schnell gefunden waren. Dahinter verbergen sich zwei Schaubergwerke, die anhand verschiedener Stationen zeigen, wie über Jahrhunderte dem Erzberg in mühevoller und gefährlicher Arbeit seine Schätze abgerungen wurden. Über eine 68 m lange Bergmannsrutsche – übrigens die längste in Europa – gelangt man in die Wunderwelt unter Tag, faszinierende Multimediashows gewähren Einblick in die Entstehung der Erde, eine Wasserrad-Fördermaschine aus dem Jahr 1831 lässt längst vergangene Bergmannstage aufleben und die Kinder kommen von der Schatzsuche garantiert mit Halbedelsteinen zurück.


Natürlich erfährt man auch Wissenswertes über den Bergbau in
Bad Bleiberg: Zum Beispiel, dass der tiefste Punkt des gesamten Stollensystems 850 m unter Tage und somit nicht einmal 100 Meter über dem Meeresspiegel liegt. Oder, dass das gesamte Stollen- und Schächtesystem eine Länge von 1.300 km aufweist und seit dem 14. Jahrhundert 30 Millionen Tonnen Erz gefördert worden sind, aus denen drei Millionen Tonnen Blei- und Zinkmetall erzeugt wurden.
Ober Tage: Stollenwanderweg


Weil es aber auch Menschen gibt, die sich davor scheuen, in den Berg einzufahren und sich dennoch für das Thema Bergbau interessieren, wurde kürzlich ein
Stollenwanderweg errichtet. Dieser 5 km lange Panoramaweg, der am Fuße des Erzberges an der Oberfläche entlangführt, verbindet 25 der ehemals 1.200 Bleiberger Stolleneingänge, die jetzt im Rahmen einer Wanderung besichtigt werden können. Ohne allzu tief in den Berg einzudringen, kann man sich über Bergwerkstradition aber auch Mineralien und Thermalwasservorkommen informieren. Und wer weiß, vielleicht obsiegt die solcherart erwachte Neugierde, und der Wanderer entschließt sich doch noch, den Geheimnissen von
Terra Mystica und
Terra Montana auf den Grund zu gehen.
Mehr Infos:
Ein Ausflugstipp des
www.55plus-magazin.net.Lesen Sie auch:
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