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Heute ist Samstag, der 11.10.2008

SARAY - Mozart alla Turca im Schauspielhaus in Wien

Eine umfassende Neubearbeitung des Mozart-Singspiels "Die Entführung aus dem Serail", Premiere am 19. September.

SARAY
Mit SARAY wird das Schauspielhaus im Rahmen des Mozart-Jahres 2006 eine umfassende Neubearbeitung des Mozart-Singspiels "Die Entführung aus dem Serail" präsentieren und somit die Serie der Opern-Neuinterpretationen nach "Poppea" und "Hoffmanns Erzählungen" am Haus fortsetzen.

Neu entworfen für ein Ensemble hervorragender türkischer Sänger und Musiker, geht es in SARAY um mehr als Liebe, Begierde, Intrigen und ein klassisches "Happy End". Mozarts Komposition aus dem 18. Jahrhundert, mit türkischen Instrumenten und vertauschten Rollen heute neu interpretiert, macht das Aufeinanderprallen zweier Kulturen zum Thema. Sie schafft gleichzeitig Raum für eine Auseinandersetzung mit der jahrhundertealten Beziehung Wien - Istanbul und den Strukturen christlicher und islamischer Religionen und Gesellschaften.

SARAYIn Quraishis Fassung findet ein Tausch der Nationalitäten statt. Die ursprünglich aus Westeuropa kommenden Charaktere Konstanze, Blonde, Belmonte, Pedrillo sind hier junge TürkInnen, Osmin und Bassa Selim hingegen, die „fremden“ Figuren der Originalfassung, sind zu Mitteleuropäern umgewandelt. Zur Entstehungszeit von Mozarts „Entführung“ weicht die reale Türkenangst einer Mode des orientalischen Kolorits, damals wie heute herrscht ein ambivalentes Verhältnis zwischen Ablehnung und Anziehung. Durch das Vertauschen der ’westlich’-europäischen und der türkischen Rollen hinterfragt die Produktion die Klischees, kulturellen Projektionen und darüber hinaus das Unbehagen (scheinbar) entgegengesetzter kultureller Welten.

SARAYIn der Diskussion um kulturelle Unterschiede und damit verbundenen Ängsten führen Vorurteile und kulturelle Differenzen immer wieder zu Fehlinterpretationen bei einer breiten Öffentlichkeit. Indem diese Neuinterpretation mit Klischees und vorgefassten kulturellen Definitionen und Projektionen spielt, baut sie eine Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart, Osten und Westen, Orient und Okzident. Der Bruch mit der traditionellen Operninterpretation zielt auf die Schöpfung eines Musiktheaters neuen Stils, in dem Installation, Performance, Licht, und Choreographie eine bedeutende Rolle spielen.

Ensemble und Orchester (unter der Leitung von Serdar Yalcin) bestehen aus Künstlern aus der Türkei, Österreich und Deutschland. Der in Pakistan geborene, derzeit in Paris und New York lebende und arbeitende Regisseur und Multimediakünstler Ibrahim Quraishi setzt das Stück in Szene. SARAY entführt in eine andere, aber dennoch vertraute Welt.

Bühnenbild: Stefanie Wilhelm

Termine
Premiere:   19. September 2006, 20.00 Uhr
Spielzeit:    20. September bis 1. November 2006, täglich außer Montag, 20.00 Uhr, keine Aufführungen vom 4. bis 7. Oktober
Spielort:     Schauspielhaus, Porzellangasse 19, A-1090 Wien 

Karten
Infos & Telefon +43-1-3170101-18, Mo-Fr ab 16.00 Uhr; Sa, So & Feiertage ab 18.00 Uhr oder Online.

Ein Kulturtipp von Gustav Schatzmayr.

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