Regionale Küche der Molise aus Maristellas Sicht.
Ristorante Le Mele Blu Via Leonardo Da Vinci 10
I-86079 Venafro, Molise
Telefon: +39-0865-904337
Email:
info@lemeleblu.it www.lemeleblu.it Öffnungszeiten: Montag Ruhetag, sonst am Abend geöffnet, am Sonntag auch zu Mittag.
Anreise:
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Le Mele Blu - die blauen Äpfel 

Maristella Colazili bezeichnet sich selbst als Chef-Patron des Restaurants
Le Mele Blu in Venafro und beim ersten Händedruck spürt man gleich, dass sie im Haus die Zügel in der Hand hat, macht dies aber gekonnt mit einnehmenden Charme. Sofort fühlt man sich bei ihr wohl und ist gespannt auf ihre Kochkünste. Die couragierte und ambitionierte Chefin wagte sich mit ihrem Restaurant ins gesichtslose Wohnblockviertel von Venafro und setzt der Tristesse ihre kulinarischen Kreationen gegenüber.


Das Ambiente im
Le Mele Blu trägt eindeutig Maristellas Handschrift. Wie in der Küche spielt sie mit unterschiedlichen Elementen und setzt diese neu zusammen, um damit etwas Neues zu schaffen, ohne die regionale Wurzeln zu verleugnen. Man isst mit allen Sinnen. Geräusche, die aus der Küche ins Gastzimmer strömen, würde man vielerorts als störend empfinden. Bei Maristella sind sie Teil des Gesamterlebnisses, die man nicht missen möchte und überhaupt gehören sie zum süditalienischen Lebensgefühl ganz einfach dazu.
Maristellas Menü 

Für die erste Vorspeise
Mousse di Baccalà fand der norwegische Stockfisch den langen Weg ins südliche Italien. Ein Mousse mit Struktur und feinem Geschmack, der das rauhe Klima im Norden Europas vergessen lässt. Beim folgenden
Wildschweinspeck mit einer Spur


Balsamico auf knackig frischen Salatherzen aus dem Volturno-Tal verließ Maristella ihre Heimatregion Molise nicht und schenkte dazu einen formidablen
Tintilia del Molise von Angelo d`Uva aus ihrem kleinen Weinkeller ein. Diese autochtonen Sorte - Tintilia - wird in Zukunft sicher noch von sich reden machen.


Die Primi waren ebenfalls Ausdruck regionaler Esskultur.
Verze mantecata con pecorino - Wirsing mit Pecorino-Käse - eine Spezialität aus den Bergen der Region Molise, die ihren Ursprung in der "Arme-Leute-Küche" nicht verleugnen kann, von Maristella aber gekonnt für die


Top-Gastronomie interpretiert wird. Gleiches gilt auch für die
Ravioli con Ricotta di Buffala. Köstliche, hausgemachte Pasta, gefüllt mit Bio-Mozarella, der perfekt auf die Pasta abgestimmt zu sein scheint, das Ganze in einem Meer an sonnengereiften Tomaten aus Süditalien.


Als Hauptgericht wurde ein
Stracotto con Polenta allo Zafferano aufgefahren. Stundenlanges Köcheln am Herd macht ein zartes Stracotto. Stracotto könnte man mit zerkocht übersetzen, aber davon keine Spur, vielmehr wurde das Rind zartgekocht. Zum Abschluss


wurden wir mit einer halbgefrorenen
Dessertpyramide überrascht, deren feinste Bestandteile es mit einem Süßwein zu erforschen galt. Regionale Küche auf außergewöhnlichen Niveau und ein Spiegelbild der Chefin des Hauses Maristella.
Ein Lokaltipp von
Gustav Schatzmayr.
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