Ristorante
Il PedrocchinoPiazza IV Novembre 4
I-33077 Sacile, Friaul
Telefon: +39-0434-700 34
Email:
info@ilpedrocchino.itwww.ilpedrocchino.itSonntag am Abend und Montags geschlossen.
Sacile und der Geist von PedrocchinoDie friulanische Stadt Sacile wurde in ihren goldenen Zeiten Garten der Serenissima genannt. Bei einem Spaziergang durch den historischen Teil glaubt man gelegentlich, mitten in Venedig zu sein. Sacile ist von Flüssen und Kanälen durchzogen und wie in Venedig gibt es Häuser mit einer Eingangstür am Kanal. Auf der Piazza IV Novembre, die landläufig schon als
Piazza Pedrocchino bekannt ist, angekommen, befindet man sich nach Durchschreiten des
Pedrocchino-Portals wieder in einem längst versunken geglaubten Garten der Genüsse.


Giampiero Dalla Torre hat mit seiner Frau Donatella Isola und seinen Söhnen Paolo, Küchenchef des Hauses, und Francesco in den letzten zwanzig Jahren aus einem mittelalterlichen Palazzo, dessen Spuren sich im 8. Jahrhundert verlieren, ein Gesamtkunstwertk geschaffen, das sich
Il Pedrocchino (
klick zum TV/Web-Video) nennt. Stein und Holz sind die dominierenden Elemente sowohl in den unterschiedlich großen Gasträumen als auch im Garten. Das Plätschern des Hofbrunnens, das Rauschen der Blätter im Baum, das Klappern der Schuhe am Steinboden, all das zieht den sensiblen Genussmenschen sofort in seinen Bann und er ist froh, ein kulinarisch Gefangener in den Mauern des
Il Pedrocchino zu sein.


Neben seiner Frau Donatella hat Giampiero eine zweite große Liebe und die hütet er wie ein eifersüchtiger Liebhaber in den tiefen Verließen seines Anwesens. Champagne und alle großen Schaumweine lagern zu tausenden in seiner Cantina. So nebenbei sind auch alle großen Weine Italiens und Frankreichs eingelagert.


Als sorgfältiger Kerkermeister verbringt er täglich mehrere Stunden mit und bei seinen Lieblingen. Er unterbricht diesen Minnedienst nur, um auf den Fischmärkten in Chioggia und Càorle die besten Fische und Muscheln für seine Gäste zu organisieren. Sein Sohn Paolo, der bis vor kurzem Erfahrungen bei den Topköchen dieser Welt sammelte, macht daraus fulminante Kreationen, deren Subtilität man erschmecken darf, aber ganz dem venzianischen Geschmack verschrieben sind.
La Cena
Austern,
Canestrelli und
Scampi, natürlich crudo, in einer Qualität, die unglaublich, ja göttlich waren und dieses Wort bedarf keiner weiteren Erklärung. Mit sicherer Hand schenkte Giampiero ein paar Gläser Schaumwein aus den Tiefen seines Kellers ein, die das Geschmackserlebnis multiplizierten.


Grundvoraussetzung für den Genuss ist allerdings eine Vorliebe für unbehandelte Meeresbewohner. Das folgende
Branzinotartar mit Zucchino und einem Haucherl Kaviar schmolz auf der Zunge, Paolos Eingriffe in dieses Gericht waren feinfühlig und vortrefflich.


Auf der
Pasta Ravioli di Branzino mit Ricotta thronten zwei
Mazzancolle (dürften wohl der Garnelenfamilie entstammen), die so frisch waren, dass sie unter einer grünen Tagliatellkuppel gefangen gehalten wurden. Man kann ja nie wissen. Hauchdünner, fast durchsichtiger Teig umhüllte die außergewöhnliche Fülle, dazu ein Schluck einer fabelhaften Sauce, die das Verbindungsglied zu den einzelnen Komponenten mimte.


Der
Sankt Petersfisch auf einem Gemüsetörtchen und einer Pepperonireduktion führte uns eine Station im Garten der Geschmäcker weiter.


Paolos stilsicherer Kreativität verdankten wir diesen Genuss. Auf die Frage, was Giampiero und Paolo hauptsächlich ihren Gästen im Il Pedrocchino anbieten, erklärte der Patron mit klaren Worten: Fisch, Fisch, Fisch und vielleicht Trüffel aus dem Piemont. Das
Blutorangen-Sorbetto als Dessert war ebenfalls sensationell. Simple Zutaten, aber ein großes Ergebnis.
Tipp:Für Gäste, die nach solch exquisiten Genüssen das Haus partout nicht verlassen wollen, halten Giampiero und Donatella auf Anfrage ein paar Gästezimmer bereit.
Ein Lokaltipp von
Gustav Schatzmayr.
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