Ristorante Campiello Via Nazionale 40
I-33048 San Giovanni al Natisone, Friaul
Telefon: +39-0432-757 910
Email:
info@ristorantecampiello.it www.ristorantecampiello.it
Sonntag Ruhetag.
Küche, Keller und Kunst

Beim Betreten des
Campiello (
klick hier zum Video) hält man die Geschichte, dass das Lokal früher ein beliebter Treffpunkt für Trucker auf der Durchreise war, für Gastronomenlatein. Das elegante Lokal gefällt aufgrund eines einfühlsam gestalteten Stilmixes. Dezentes Mobiliar und gepflegte Tischkultur kombiniert mit moderner Kunst. Diese zu sammeln und den Gästen zu präsentieren, ist ein gemeinsames Hobby von
Marisa und Dario Macorig, das sie mit ebensolcher Leidenschaft wie das
Campiello zu führen, betreiben.


Die
Campiello-Genusswelt ist eine weitläufige. Ob an der Bar, in der Osteria, im Hotelbereich oder im allseits bekannten Restaurant überall spürt man die Stilsicherheit, die den Macorigs spielend von der Hand geht und sich am Tisch fortsetzt. Eine Olivenöl-, Peffer- und Meersalzselektion samt Einweisung in Gebrauch hilft auch unbedarften Gästen, sich in der Welt des guten Geschmacks zurecht zu finden und das neu erworbene Wissen in die Welt hinaus zu tragen. Sie machen das mit einer Nonchalance, die ihrem Naturell entspricht.


Wer die Chance hat, sollte auch Darios Weinkeller besichtigen. Zigtausende Flaschen werden dort artgerecht gehalten, bis ein Weinkenner sie aus ihrem dunklen Verlies befreit. Einzigartig auch seine Assemblage an Champagner. Die Liebe zu diesen entdeckte er in jungen Jahren, jetzt kultiviert er sein Verlangen in seiner wohlsortierten Cantina. Als Küchenchef ist
Raffaello Mazzolini neu im Team. Ein Star unter den Köchen im Friaul, der von Harry`s Grill in Triest ins
Campiello kam, um die Gäste mit seinem erfrischenden Charme und Humor aber vollends mit seinen Kochkünsten zu begeistern.
Das Menü

Das
Campiello ist seit vielen Jahren als Fischrestaurant eine Institution im Friaul und dieser Ruf wird mit dem
Crudo misto gleich wieder in Erinnerung gerufen. Scampi, Capesante, Alici, Gamberoni, Branzino, Thunfischtartar von bester Qualität, für die man eben die etwas längere Anreise gerne in Kauf nimmt.


Vor allem wenn gleich eine perfekt zubereitete
Capesante auf Spargelsauce folgt. Raffaello ist ein wahrer Meister im Umgang mit Fischen und Meeresfrüchten und versteht es gekonnt, diese mit anderen Geschmäckern zu kombinieren, ohne deren Eigengeschmack zu beeinträchtigen. Leichte Kontrapunkte, die Teil des Ganzen sind. Dazu ein Ribolla Gialla von Toblar, dem familieneigenen Weingut.


Als Primi leuchteten gelbe
Ravioli di pesce aus eine Salsa primavera, obenauf ein Stück vorzügliches Basilikumeis. Bunt und wild wie der italienische Frühling aber sehr präzise zubereitet mit bemerkenswerten Akzenten. Es folgte ein geschmeidiges
Risotto mit grünen Bohnen, umrahmt von einer
Fasolarisauce, deren leuchtendes Gelb an einen Sonnenuntergang erinnert. Die Bohnen können dem intensiven Fasolarigeruch bestens Paroli bieten. Der Sauvignon von Koblar mit dessen Brennnessel- und Holunderblütennoten passte sehr gut dazu, frisch im Geschmack und von angenehmer Säurestruktur.


Raffaello Mazzolinis
Steinbuttboreto mit Polentaschaum würde ihn in der Heimatstadt dieses Gerichts, in Grado, sicher die Ehrenbürgerschaft einbringen. Der Hauch an Weinessig und die Dosis Pfeffer waren optimal ausgewogen und der Polentaschaum entpuppte sich als fantastisch leichte Variante dieses friulanischen Beilagenklassikers.


Mit folgendem
Lammfilet, das mit Ingwer überzogen und von einer superben Lammreduktion umgeben war, überzeugte der Chef auch als Fleischkoch vollends. Abgesehen davon, dass alle Bestandteile dieses Gerichts eine Punktlandung hinlegten, erfreuten wir uns an der vorher kaum vorstellbaren Harmonie, die der Rosso 2005 von Papà Gelso aus dem Piemont begleitete.


Keinesfalls weglassen sollte man das Dessert. Wir entschieden uns für ein
weißes Mousse mit Himbeeren, in Form einer Schaumrolle der edelsten Art. Dies ließ uns die Rechnung für das siebengängige Menü in der Höhe von € 70,-- mit einer gewissen Leichtigkeit ertragen. Die dafür gewonnene Erfahrung und der Genuss waren bedeutend mehr wert.
Ein Lokaltipp von
Gustav Schatzmayr.
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