Restaurant Mezzo Esteplatz 6
A-1030 Wien
Telefon: +43-1-715 51 48
www.mezzo.cc Öffnungszeiten: Montag bis Freitag von 11.00 - 15.00 Uhr und von 18.00 - 23.00 Uhr, Samstag, Sonn- und Feiertag geschlossen
Der Chef, der Koch und das Lokal

In einem Alter, das für gelernte Österreicher der Zeitpunkt ist, sich Gedanken über Pensionierung und die Zeit danach zu machen, startete Horst Sonnenfeld im Jahr 2005 mit dem
Mezzo seine Karriere als gastronomischer Jungunternehmer am Esteplatz im dritten Wiener Gemeindebezirk nahe dem Stadtzentrum. Mit Abgeklärtheit meisterte er die Turbulenzen, die seiner Mission im Wege standen. Den nötigen Biss brachte er aus seinem vorherigen Berufsleben mit.


Im Lokal, ein hoher und lichtdurchfluteter Raum im Souterrain am Esteplatz, dominiert eine klare Formensprache. Der Minimalismus wird durch erwärmende Bezugspunkte, wie dem Olivenbaum inmitten des Raumes, dezent gebrochen und schafft ein angenehmes Ambiente, in dem man sich am Wichtigsten, dem Essen und der Begleitung, erfreuen kann. Alleinspeisende können auch die Aussicht genießen, die in einem Souterrain-Lokal per se nicht schlecht sein muss. Im
Mezzo sieht man, bei entsprechendem Blickwinkel, die Beine der Vorübergehenden. Das kann bisweilen sehr phantasiebeflügelnd sein.


Seit Anfang 2008 führt René Pichler die Küche im
Mezzo mit großen Ambitionen und er passt mit seiner erfrischenden Agilität wunderbar zum Team. Erfreulicherweise präsentiert sich die Karte als abwechslungsreicher
Mezzo-Mix, das René Pichlers Kreationen doch einen angenehm breiten Raum und ihn nicht in einer Schublade enden lässt. Als Gast wird man seine weitere Entwicklung zum Fixpunkt der Wiener Kochszene hoffentlich noch lange genießen können.
Mezzo Menü

Als Vorspeise bereitete René Pichler ein
Thunfischsashimi auf warmen Kartoffelpüree mit Ingwergemüse (
klick zum TV/Web-Video) von bester Güte zu. Trotz dieser heterogenen Komponenten entpuppte sich die Kombiation als sehr harmonisches Ganzes. Ein Schlenker in die asiatische Küche mit österreichischem Fundament.


Beim ersten Gang,
Saibling auf Spargel, glaubt man an eine gänzliche Rückkehr in heimische Gefielde, wären da nicht die angenehmen Chilispuren wahrzunehmen, die dem ganzen einen gerade lässigen Kick geben. Der Südtiroler Spargel war punktgenau al dente.
Gegrillte Koteletts vom Milchlamm mit Polenta klingen simpl, René Pichler macht daraus aber eine Köstlichkeit. Bestens gewürzt und wunderbar zart.


Die hervorstehenden Lammpripperln verleiten dazu, die Sache in die Hand zu nehmen, um dem Genuss auch noch eine archaische Komponente zu geben. Sehr gut auch die Polenta, die spezialbehandelt wurde - keine Spur von der polystyrolähnlichen Konsistenz, die in Wien Standard ist. Wahre Traditionalisten und Gäste aus fernen Landen springt das klassische
Wiener Schnitzel direkt an und fällt die Wahl auf dieses erfährt man all das Gute, das über das Wiener Schnitzel bisher geschrieben wurde.
Die Weinkarte hält, entgegen der Italianità bei Lokalname und Adresse vorweigend Weine aus Österreich parat. Für ein dreigängiges Menü sind je nach Kombination € 28,-- bis € 32,-- zu budgetieren. Ein Preis-/Leistungsverhältnis, das sich sehen und schmecken lassen kann.
Kochvideo - Thunfisch-Sashimi Ein Lokaltipp von
Gustav Schatzmayr
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