Restaurant Kotlar Trg svobode 11
SLO-5222 Kobarid
Telefon: +386-5-38 91 110
Email:
kotlar.restavracija@siol.net www.kotlar.si Dienstag und Mittwoch Ruhetage
Die Adria in den Bergen

Schon beim Betreten dieses traditionsreichen Restaurants im Zentrum von Kobarid glaubt man in einem Hafen gelandet zu sein. Ankert doch mitten im Gastraum des
Kotlar eine maßstabsgetreue Barke. Keine Arche, die auf eine nächste Sintflut wartet, sondern Hinweis auf die zu erwartenden Fischspezialitäten und die Sehnsucht der
Familie Kavcic nach ihrem Segelboot mit dem sie, wenn es das knappe Zeitbudget zulässt die Adria erkunden. Das Boot ist im
Restaurant Kotlar Theke und damit Zentrum des Lokals.


Im Jahr 1993 übernahmen Lilijana Gasparin Kavcic und ihr Mann Robert das
Restaurant Kotlar (
klick zum TV/WebVideo) und machten aus einer ehemaligen Fuhrwerksgaststätte eine Fischlokal, das in ganz Slowenien und im benachbarten Friaul einen hervorragenden Ruf genießt, den es täglich zu verteidigen und neu zu erarbeiten gilt. Lilijana und Robert sind höchst kompetente Sommeliers. In ihrem Keller liegen tausende Flaschen bester Tropfen slowenischer und italienischer Herkunft.
Nach einem Spaziergang durch Kobarid, das seine Berühmtheit aufgrund der 12. Isonzoschlacht des 1. Weltkrieges erlangte, sollte man vor dem Einkehrschwung im Restaurant Kotlar unbedingt das international ausgezeichnete
Kobarid Museum (
klick zum TV/Web-Video) besuchen. Das Schicksal des Ortes Kobarid und der Soldaten aus vielen Ländern, die sich in den umliegenden Bergen erbitterte Kämpfe lieferten, wird im
Museum auf eindrucksvolle Art dokumentiert.
Lilijanas Fischküche

Die Vorspeisen waren eine vortreffliche Auswahl, die allesamt qualitativ hochwertig waren. Da fanden sich Klassiker wie
Carpaccio vom Branzino und Räucherlachs ebenso wie ein ausgezeichnetes
Schwertfischcarpaccio mit Forellenkaviar - Süß- trifft Salzwasserfisch am Teller. Bestens auch die
Granceola, die normalerweise einen gigantischen Tsunami benötigen würde, um vom Meer bis nach Kobarid zu gelangen. Aber Lilijana hat ihre sicherern Quellen, die diese Funktion wesentlich feinfühliger übernehmen.


Die
gemischten Busara-Muscheln mit Capesante hätten besser nicht sein können. Cozze, Vongole, Capelunghe, Datteri, Fighe di Mare! Ein genussvoller Querschnitt einer heterogenen Muschelbank in einem kräftigen Sud, den zu schlürfen ein Genuss war und jedes Fischerherz im kalten Winter wärmen würde.


Die
Pasta-Tris verdient es extra gelobt zu werden. Die wunderbar zarten, schwarzen Gnocchi in Lachssauce sahen zwar aus wie abgeschnittene Kabelstücke, schmeckten aber bestens. In der
Pasta Alpe Adria mit schwarzer Trüffel gaben sich Zutaten aus Meer und Bergen ein Stelldichein. Darüber lag ein angenehmer Trüffelduft. Danach folgte noch ein in
Hummer in Spaghetti gehüllt. Zu Recht gilt Lilijana Gasparin Kavcic als eine der besten Fischköchinnen des Landes. Sie versteht es perfekt zu kombinieren und zu würzen. Damit schafft sie runde Geschmackserlebnisse, ohne das Grundprodukt einem geschmacklichen Overkill auszusetzen.

Branzino in Salzkruste (
klick zum TV/Web-Kochvideo), ein simpl scheinendes Gericht, das aber von Meisterhand gemacht, doch um Klassen besser schmeckt als dilettantische Selbstversuche in der eigenen Küche. Das zarte Fleisch des 1 Kilo schweren Branzinos war von einer angenehmen Meersalzbrise umgeben und von bestechendem Geschmack. Dazu einen Beli Pinot 2006, Quercus, aus der Goriska Brda. Das Dessert,
Kobariski Struklji, war einfach köstlich. Gerüche und Geschmäcker von Zimt, Schokolade, Vanille und Nüssen machten sich breit und deckten diese Kaloriensünde mit süßem Duft zu.
Für ein 5-Gänge-Menü sind im
Restaurant Kotlar gut € 40,-- zu budgetieren, ein außergewönlich gutes Preis/Leistungs-Verhältnis.
Ein Lokaltipp von
Gustav Schatzmayr.
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