Feines Landgasthaus der Professoren.
Borgo Poscolle Via Poscolle 21/A
I-33020 Cavazzo Carnico, Friaul
Telefon: +39-0433-935 085
Dienstag und Mittwoch Ruhetage
Wer rastet, der rostet Ob sich die Wirtsleute des
Borgo Poscolle, Lucio Pillinini und Rita Lenisa, ihren Ruhestand so vorgestellt haben, lässt sich jetzt nicht mehr so genau sagen. Ungewöhnlich war ihr Schritt in die Gastronomie auf jeden Fall. Beide unterrichteten als Mittelschulprofessoren an einem Gymnasium in Triest und erfüllten sich nach der Pensionierung ihren Traum. Sie renovierten liebevoll einen alten Pferdestall in der kleinen Ortschafti Cavazzo Carnico bei Tolmezzo und eröffneten 2003 ihr Lokal
Borgo Poscolle. 

Die Räumlichkeiten dieses gediegenen Landgasthauses zusammen mit dem Flair der hochalpin anmutenden Umgebung strahlen eine herzliche Gemütlichkeit aus, deren gute Seelen Lucio und Rita sind. Ein freistehender Herd als Anspielung auf den in der Region Carnia üblichen Fogolar, Bilder, Zeichnungen und Grafiken sowie Unmengen an Büchern aus ihren Beständen machen den Gastraum des
Borgo Poscolle zu einem Wohnzimmer, das von Freunden des Hauses besucht wird, um bestens zu speisen.


Die Aufgaben sind klar verteilt. Lucio ist neben dem Service auch für den Weinkeller zuständig. Ständig ist er - hauptsächlich im Friaul - auf der Suche nach Weinen mit einem außergewöhnlichen Preis-/Leistungsverhältnis von meistens kaum bekannten Winzern. Rita macht vorzügliche Desserts und schwärmt von der österreichisch-ungarisch-böhmischen Mehlspeisküche. Mit
Luca Paschini, dem ralleyfahrenden Chefkoch, haben die beiden ebenfalls einen Glücksgriff gemacht.
Das Menü

Die Vorspeise,
geräucherter Gansspeck, verriet schon, worauf das Team des Borgo Poscolle großen Wert legt und zwar die sorgfältige Auswahl der verwendeten Grundmaterialien. Fleisch von Tieren aus Freilandhaltung, das entweder selbst eingekauft oder von ausgewählten Händlern bezogen wird. Der delikate Gansspeck war auf süßem Kraut und Rucola gebettet und darüber wurde eine Spur vom guten Balsamico gezogen. Der Speck war von feiner Konsistenz und schmolz am Gaumen zu einer geschmacklich intensiven Creme.


Als hausgemachte Pasta wurden
Fregoloz mit frischem Gemüse serviert. Eine lokale Pastavariation, die bei uns als Spätzle durchgehen würde und köstlich schmeckte. Der Eigengeschmack der unterschiedlichen Gemüsesorten wurde durch die gekonnte und subtile Würzung noch zusätzlich betont. Das war der zusätzliche, passende Kick. Es folgten sensationelle
Lammkoteletts.


Da musste wohl ein junges Weideschaf von ausgezeichneter Güte sein Leben lassen. In Sesam gewendet, feinfühlig gewürzt und perfekt gebraten. Als kleine Kostprobe servierte Lucio noch eine
Tagliata vom Angusrind, die mit den Lammkoteletts auf Augenhöhe waren und beim nächsten Besuch in ihrer ganzen Dimension gewürdigt werden müssen.


Mit Rita als Dessertmeisterin wird den Nachspeisen auf der ständig wechselnden Speisekarte - für Italien - ungewöhnlich viel Raum gegeben. Vollkommen zu Recht, wie es sich herausstellte. Für Süßspeisen muss man Geduld und Erfahrung haben, so Ritas Credo. Die Himbeeren zu den
Millefoglie pflückte sie frisch im Garten, aus dem auch alle Kräuter stammen. Für die Wartezeit wird man mit intensiven Geruch und Geschmack belohnt. Wenn`s nicht mehr geht, dann erst recht und so ließ ich den Millefoglie noch
Doppio Cremoso folgen. Schokolade in vollendeter Form.
Ein viergängiges Menü schlägt sich mit € 30,-- bis € 35,-- auf der Rechnung nieder. Wohl ein Grund mehr, die Reise bei Tolmezzo zu unterbrechen und im
Borgo Poscolle einzukehren.
Ein Lokaltipp von
Gustav Schatzmayr.
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