Ristorante Agli Amici a Udine dal 1887
Via Liguria 250
Loc. Godia
I-33100 Udine
Telefon: +39-0432-565411
Email:
info@agliamici.it www.agliamici.it Sonntagabend und Montag geschlossen.
Bei Freunden in Godia

Im verschlafenen Udineser Vorort Godia ließ sich vor mehr als 120 Jahren die Familie Scarello nieder und legte damit den Grundstein für das heutige Restaurant
Agli Amici (
klick zum TV/Web-Video), das mit Sternen, Hauben und Punkten von allen Seiten bedacht wird. Die Geschwister Michela und Emanuele schufen ein herausragendes Kleinod des großen Genusses. Aber woraus schöpfen die beiden ihre Kraft? Das Geheimnis mag in ihrer tiefen Verwurzelung mit ihrem Lokal und der näheren Umgebung liegen.


In Emanueles Gerichten kommen sowohl seine spontane Fantasie als auch seine meisterliche Perfektion zum Ausdruck. Seine Kreationen klingen manchmal außergewöhnlich, doch Auge und Gaumen sind von der Harmonie fasziniert. Eine emotionale Küche im Gleichgewicht. Dies ist für Emanuele und Michela nur mit der Unterstützung der vielen Freunde in Godia, wie Claudio Coiutti, möglich. Er betreibt eine Jahrhunderte alte Mühle und liefert nicht nur Mehl für Brot, Pasta und Polenta im
Agli Amici, sondern hat auch Kunden in Europa und Übersee. Claudio Coiutti ist wie Emanuele und Michela ein Qualitätsfanatiker, sie leben in einer Symbiose, die insbesondere den genießenden Gästen nützlich ist.

Agli Amici - wie bei Freunden, so die Übersetzung, soll man sich im Restaurant und der Bar fühlen und diese Tradition wird von der Familie Scarello mit Herzlichkeit gepflegt. Mit dem Glockenschlag der benachbarten Kirche wird um 11.00 Uhr die Bar geöffnet. Das ist Anlass für die ersten Gäste, ein Glas Wein zu kippen und Neuigkeiten aufzuschnappen. Der wohnzimmerähnliche Gastraum ist die perfekte Bühne für Emanueles Kreationen, die von Michela bestens organisiert wird.
Der Amici Wunderwerke

Nach dem Amuse-Bouche, das die Bezeichnung wahrlich verdiente, begegnete uns Emanuele mit der ersten kulinarischen Wunderwaffe, deren Konstruktionspläne er nur unter Androhung schlimmster Strafen verraten würde:
Gnocchi liquidi mit Kaviar und Schnittlauch. Flüssige Gnocchi sind schon ein Paradoxon, dazu noch dieser Geschmack. Zeitgleich mit dem ersten Genuss begannen nebenan wiederum die Kirchenglocken zu läuten und selten passte es zu einem Essen so gut.


Es folgten
Illusioni della Pasta. Anstelle eines Teiges diente ein hauchdünn geschnittener Tintenfisch als Verpackung für den Fenchel, das Ganze mit Lakritze bestreut. Köstlich die Sauce mit Meereswasser und Olivenöl als Hauptbestandteile. Die Illusion gelang und war sensationell. Die beste jemals servierte Pastafälschung. Dazu ein schöner Sauvignon von La Viarte aus 2006.


Die vorzügliche
Mormora auf wildem Hopfen war von einem Olivenölschaum eingehüllt und von Olivenölsteinen umgeben, die sich im Mund wieder verflüssigten. Ein gelungener Ausflug in die Molekulargastronomie, die bei Emanuele jedoch Teil seiner Vorstellung von regionaler Küche zu sein scheint. Die Marmorbrasse war perfekt zubereitet, mit dem wilden Hopfen und den


Olivenölinterpretationen ergab es eine harmonische Einheit, die sich nur wahre Künstler vorstellen und schaffen können. Danach gab es eine Süßspeise in ungeahnter Form.
Risotto mit Sclopit, Gänseleber und Gelatino di Vino dolce, das noch dazu von Dario Coos` Ramandolo Il Langhino, 2005, begleitet wurde. Vier Süßtöne, die je nach Kombination im Mund einen neuen ergaben, ein Traum.


Zum Secondo, einer
Rinderzunge mit Pfefferschaum gab es frische Kräuter, die mit der Pinzette scheinbar planlos platziert werden, aber einer höheren Ordnung, zu der Emanuele einen direkten Draht hat, auf wundersame Weise folgen. Das Gericht wird von einer Himbeer-Line unterstrichen,


die es mit der Zunge aufzunehmen gilt. Für dieses wie für die anderen Köstlichkeiten im Agli Amici gilt, dass man durchaus ein Suchtverhalten entwickeln könnte. Vorzüglich abgerundet mit einem Schiopettino von Vigna Petrussa 2004. Mit Wehmut über das nahe Ende des Menüs widmeten wir uns zum Abschluss dem
Minzeis und es blitzte ein weiterer Stern auf.
Ein 4-gängiges Menü kostet € 50,--, das Degustationsmenü mit 7 Gängen € 56,-- und mit Weinbegleitung € 75,--. Auf diesem Niveau ein sensationelles Preis-/Leistungsverhältnis.
Ein Lokaltipp von
Gustav Schatzmayr.
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