Ptuj (Pettau), die älteste Stadt Sloweniens, erhielt ihren Namen von den Illyrern, die sich hier an der Drau und der nahen Haloze niederließen. Der Name der Stadt wurde erstmals im Jahre 69 n. Chr. vom römischen Geschichtsschreiber Tacitus erwähnt. Bei einer Legionärskonferenz in Poetovia (Ptuj) wurde Vespasian zum Kaiser gewählt. Im Jahr 102 erhielt Poetovia das Stadtrecht von Kaiser Trajan. Die Stadt hatte bis zu 40.000 Einwohner (heute 18.000) und war schon zu dieser Zeit eine bedeutende Weinstadt und auch in der Ziegelproduktion ein "Global Player". Dies beweisen Funde von römischen Ziegeln aus Ptuj in England.
Die Brennöfen sind neben vielen anderen Exponaten im Dominikaner Kloster, das heute ein Museum ist, zu besichtigen. Das Kloster steht am Platz des ehemaligen Forums und auch drei der fünf Mithräen in Ptuj sind hier ausgestellt. Der Mithrakult, der aus Persien stammte und von den Römern adoptiert wurde, war in dieser Region stark verbreitet.

Die Dominkaner holten Ptuj im Jahre 1230 aus dem mittelalterlichen Tiefschlaf und errichteten das Kloster. Die Stadt kam zum Erzbistum Salzburg und der Erzbischof Konrad I errichtete die Burg, ein Wahrzeichen der Stadt neben der Kirche des hl. Georg und dem Stadtturm. Die Minoriten kamen 1239 nach Ptuj. Deren Kirche wurde im 2. Weltkrieg zerstört, die im Rahmen der 750-Jahrfeier nach alten Plänen wieder erbaut wurde. Auch die kunsthistorisch bedeutsamen Statuen, darunter eine Marienstatue aus dem Jahre 1290, kamen wieder an ihre Stelle. Von Bedeutung ist auch das neugotische Rathaus vom Architekten Max Ferstl aus Wien. 1500 kam Ptuj zur Steiermark und blieb bis 1919 ein Teil dieses Herzogtums. Nach dem Zerfall von Österreich-Ungarn kam das Gebiet zu Jugoslawien und die ursprünglich deutschsprachige Bevölkerung Pettaus verringerte sich beträchtlich. Während des zweiten Weltkriegs wurde die slowenische Bevölkerung großteils enteignet und deportiert. Deutschsprachige Vertriebene aus Südtirol und der Gotschee wurden angesiedelt, die dann zusammen mit den alteingesessen deutschen Pettauern vertrieben und in Österreich, Deutschland und Amerika aufgenommen wurden.
Bevor man sich in Ptuj weltlichen Dingen zuneigt, empfiehlt sich ein Ausflug in den wenige Kilometer entfernte Ptujska Gora, ein Wallfahrtsort, wo Maria unter ihrem Schutzmantel alle Müden und Belasteten, alle Kleinen und Großen empfängt, die Zuflucht suchen und ihnen die Gnade teilt. Die gotische Kirche wurde im Jahr 1410 fertiggestellt. Das Gnadenrelief mit der Schutzmantelmadonna (ca. 1410) gilt als eines der größten Meisterwerke jener Zeit. Unter dem Mantel Marias befinden sich 82 Figuren, darunter auch Bernard III der Stifter von Ptujska Gora.
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