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Heute ist Dienstag, der 02.12.2008

Pitina della Valtramontina, eine friulanische Spezialität

Peta, Pitina und Petuccia: drei Namen für ein regionales Genuss-Produkt.

Filippo Bier, Pitina-Produzent in Cavasso Nuovo
Macelleria Bier

Filippo Bier

Verkaufsstellen:
Via Armando Diaz 1
I-33090 Cavasso Nuovo, Friaul

Via Roma 1
I-33093 Meduno, Friaul

Telefon: +39-0427-86189
Email: fibier@tin.it
www.pitina.com

Filippo Bier, ein Slow Food-Pionier, hat einen großen Teil seines Lebens der Pitina (tv-symbol klick zum TV/Web-Video) gewidmet. In Zeiten der Massenproduktion kämpfte er hart gegen eine Nivellierung des Geschmacks nach unten und dem Aussterben regionaler Produkte. Die Pitina, die optisch wie eine Salamikuppel aussieht, war immer seine Leidenschaft. Die wenigen regionalen Qualitätsproduzenten schienen einen aussichtslosen Kampf zu führen. Doch mit der positiven Entwicklung des Slow Food-Gedankens kam auch die Rettung für die Pitina. Filippo Bier produziert pro Jahr nur wenige Tausend Kilogramm seines Spitzenprodukts, die alle im Inland, ja in der näheren Umgebung ihre Abnehmer finden.

Pitina / Zum Vergrößern auf das Bild klickenDoch was versteckt sich hinter der Bezeichnung Pitina, die in den angrenzenden Tälern und Gemeinden auch Peta oder Petuccia genannt wird und ähnlich zusammengesetzt ist? Die Pitina wurde ab der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts auf den Almen der Valtramontina mit einfachen Mitteln ohne jede technische Ausrüstung hergestellt. Seinerzeit wurde ausschließlich das Fleisch von Ziegen, Schafen und Wildtieren verwendet, das möglichst klein zerteilt mit Salz, Pfeffer und Almkräutern abgeschmeckt wurde. Da es auf den entlegenen Almen keine Tierdärme gab, um das Fleisch darin zu konservieren, behalf man sich damit, die Pitina in eine semmelähnliche Form zu bringen und sie in Polentamehl zu wälzen, das immer vorhanden war.

Pitina - Trockenkammer / Zum Vergrößern auf das Bild klickenDanach legte man die Pitina für einige Tage unter der Kaminhaube der Feuerstelle zum Räuchern. Einmal getrocknet, konnte sie für Monate aufbewahrt werden. Sie trocknete nach einer bestimmten Zeit weiter aus, um sie dann wieder weich zu bekommen, wurde sie einfach in einer Polentabrüche gekocht.

Daniele Corte und Filippo Bier / Zum Vergrößern auf das Bild klickenHeute fügt Filippo Bier seiner Pitina einen geringen Anteil an Schweinespeck zu, um den intensiven Geschmack die Spitze zu nehmen. Sonst hat sich an der Produktionsweise im Gegensatz zu früher wenig verändert, meint Filippo und bietet seine köstliche Pitina zum Geschmackstest an. Er verwendet auch heute weder Farb- noch Konservierungsmittel. Salz, Pfeffer, Knoblauch, Rotwein, natürliche Aromastoffe und Polentamehl werden dem jeweiligen Fleisch beigemengt. Wichtig ist die perfekte Räucherung bei geringen Temperaturen mit Hartholz, das aus den umliegenden Wäldern kommt.

Pitina / Zum Vergrößern auf das Bild klickenEin regionales Genusslebensmittel (neben San Daniele-Schinken, Montasio und Illycaffè), das eine Reise in die Voralpenregion zwischen San Daniele und Pordenone wert ist. Natürlich haben die Restaurants und Trattorien der Gegend Pitinagerichte auf ihrer Speisekarte und sind meistens eine hervorragende Vorspeise oder Primo. Filippo Biers Nachbar und Freund in Cavasso Nuovo, Daniele Corte, hält in seiner Trattoria Ai Cacciatori mehrere davon für Genießer aus allen Teilen Italiens, Österreichs und Deutschland bereit und bietet auch den jeweils dazu passenden Wein an.

Ein Genusstipp von Gustav Schatzmayr.

Pitina Webfoto
Video - Pitina della Valtramontina

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