Damit ein künstlich angelegter Gartenteich als ökologisches System funktionieren kann, sollten Pflanzen und Tiere in ihrer Art, Größe und Anzahl so aufeinander abgestimmt sein, dass sich ein Gleichgewicht auch über einen längeren Zeitraum ohne jegliche Eingriffe erhalten kann. Eine große Anzahl von gleichzeitig wirkenden und voneinander abhängigen Organismen ist nötig, um ein solches biologisches Gleichgewicht über einen längeren Zeitraum aufrechtzuerhalten. Das Zusammenspiel ist so komplex, dass viele Zusammenhänge bisher nur ungenügend erforscht sind.

Im Folgenden einige Erfahrungen und bekannte Parameter, die dazu beitragen, dass ein Gleichgewicht im Gartenteich möglich ist:
- Die Bedingungen für ein ökologisches System werden umso leichter erfüllt, je größer ein Teich ist.
- Auch im kleinsten Teich wird sich ein ökologisches Gleichgewicht einstellen, wenn man ihn (nach der Bepflanzung) sich selbst überlässt und nicht versucht, ihn mit Tieren zu besiedeln, die nicht in ein Kleingewässer gehören (z. B. exotische Amphibien, Schildkröten oder Fische).
- Die Größe spielt dann eine untergeordnete Rolle, wenn der Teich ausreichend tief ist, damit das Wasser in kalten Wintern nicht bis zum Grund durchfrieren kann. Außerdem ist dafür zu sorgen, dass das Gewässer nicht austrocknet.
- Für den Frostschutz reicht normalerweise – in nicht zu kalten Gegenden – eine Tiefe von mindestens 80 cm bis zum Grund an der tiefsten Stelle aus. Daraus ergibt sich auch eine Mindestgröße für den Teich, die nicht unterschritten werden sollte.

Der Teichrand sollte ähnlich gestaltet sein wie die Teichränder natürlicher Still- bzw. Kleingewässer in der Umgebung (soweit überhaupt noch vorhanden).- Heimischen Wasser- und Sumpfpflanzen sollte der Vorzug gegeben werden. Sie dürfen jedoch nicht aus der Natur entnommen werden. Den heimischen Pflanzen ähnliche oder zumindest gleichwertige winterfeste Arten sind meist in Wasserpflanzengärtnereien zu bekommen.
- Auf exotische, Wärme liebende Wasserpflanzenarten sollte man verzichten, denn sie gehen im Winter ein und belasten so das Wasser zusätzlich. Alternativ müssten sie in einem warmen Zimmer überwintert werden.
- Ein natürliches Gleichgewicht wird durch Einsatz chemischer oder technischer Hilfsmittel gestört.
- Alle technischen oder chemischen Hilfsmittel (z. B. Filteranlagen, Springbrunnen, Umwälzpumpen, UVC-Geräte oder Algenkiller) sind meist nicht nur überflüssig und kostenintensiv, sondern können sogar schädlich sein, denn sie zerstören die Mikrofauna und Mikroflora und damit das biologische Gleichgewicht.
- Fische kommen aufgrund ihrer Größe und ihres Nahrungsbedarfs normalerweise in keinem natürlichen Kleingewässer vor und sollten deshalb auch nicht in einen naturnahen Gartenteich eingesetzt werden.
- Das Einsetzen heimischer Tiere wie z. B. Amphibien ist zwecklos und der Fang in natürlichen Gewässern obendrein streng verboten. Die Tiere finden sich von selbst ein und bleiben, wenn ihnen die Voraussetzungen entsprechen.
- Aus fremden Ländern (auch Europas) stammende Frosch- und Schwanzlurche dürfen wegen der Vermischungsgefahr mit heimischen Arten und den sich daraus ergebenden schädlichen Folgen nicht in Gartenteiche eingesetzt werden.
- Viele Fische vermehren sich trotz schlechtester Bedingungen mangels Feinden unkontrolliert. Sie bevorzugen selbst bei bester Fütterung mit Trockenfutter das Lebendfutter aus dem Teich. Dadurch können gleich mehrere Glieder der Nahrungskette vernichtet werden, was das ökologische Gleichgewicht zerstört.
Quelle: Gartenteiche - planen, anlegen und pflegen
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