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Nordirlands Küstenschönheiten

Wo Riesen wohnen und zwischen Klippen gewandert wird.
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© Anita Arneitz & Matthias Eichinger / GiantsCauseway, Nordirland_81 / Zum Vergrößern auf das Bild klicken

Nordirlands Küstenschönheiten

Wild, rau, ursprünglich: Nordirlands Küstenschönheiten sind nichts für Weicheier. Wer hier Urlaub macht, muss sich auf Wind und Wellen einstellen. Wanderschuhe, Regenjacke und Mütze gehören quasi zur Grundausstattung. Genauso wie Trittsicherheit und Kondition. Denn die schönsten Aussichtspunkte der Küste müssen erwandert werden. Um das perfekte Erinnerungsfoto zu machen, muss man entweder schnell sein oder Geduld haben. Denn das Licht ändert sich von Sekunde zu Sekunde. Sonnenschein und Wolken treiben ein rasant abwechslungsreiches Spiel. Und gerade deswegen ist Nordirlands Küste ein besonderes Naturjuwel, geformt von Wind und Wetter.

© Anita Arneitz & Matthias Eichinger / TheGobbins, Nordirland_13 / Zum Vergrößern auf das Bild klicken

Ingenieurkunst zum Staunen: The Gobbins

Seit Jahrhunderten prägen die Gezeiten das Leben der Einheimischen und locken Städter zur Erholung ans Meer. Bestes Beispiel ist der legendäre Küstenpfad „The Gobbins“. Dieser wurde 1909 von Ingenieuren entwickelt. Die Techniker wollten nicht irgendeinen Wanderpfad zwischen den Klippen schaffen, sondern ein monumentales Erlebnis in Anlehnung an die moderne Architektur.
 
© Anita Arneitz & Matthias Eichinger / TheGobbins, Nordirland_15 / Zum Vergrößern auf das Bild klicken © Anita Arneitz & Matthias Eichinger / TheGobbins, Nordirland_14 / Zum Vergrößern auf das Bild klicken © Anita Arneitz & Matthias Eichinger / TheGobbins, Nordirland_17 / Zum Vergrößern auf das Bild klicken

The Gobbins war ein Teil der Vision von Berkeley Deane Wise. Als Ingenieur leitete er die Belfast and Nothern Counties Railway Company, die zu dieser Zeit die spektakuläre Landschaft im Norden mit der Dampfeisenbahn erschloss. Per Hand wurden tausende Stufen in die Felsen geschlagen, Brücken und Tunnel errichtet. Das Wise Eye, der ovalförmige Eingang, wurde von Wise selbst in den Basaltfelsen gebohrt.

© Anita Arneitz & Matthias Eichinger / TheGobbins, Nordirland_23 / Zum Vergrößern auf das Bild klickenIm Mai 1902 wurde der Pfad mit der längsten Hängebrücke Irlands eröffnet. Im Nu waren „The Gobbins“ ein Besuchermagnet. Noch nie zuvor hatte jemand die Klippen aus solcher Nähe und Perspektive gesehen. Und wer etwas auf sich hielt, machte ein Foto. Das ist noch heute so. Viele kommen mit einem Foto ihrer Großeltern ins Besucherzentrum und möchten sich auf derselben Stelle ablichten lassen.

Unvergessliches Abenteuer in den Klippen

Durch Weltkriege und wirtschaftlichen Turbulenzen geriet der Pfad im Laufe der Zeit in Vergessenheit. Das Meer holte sich die Holzbretter, das Salz knabberte am Eisen.

© Anita Arneitz & Matthias Eichinger / TheGobbins, Nordirland_6 / Zum Vergrößern auf das Bild klicken„Als Kinder war es aufregend, den alten Pfad entlang zu klettern“, erinnert sich Gobbins-Guide George, der in der Nachbarschaft aufwuchs. Allerdings durften die Eltern vom gefährlichen Abenteuer nichts wissen. Mit Hilfe der Europäischen Union und viel Einsatz der Einheimischen wurde der Pfad in den vergangenen Jahren um 7,5 Millionen rekonstruiert und im Sommer 2015 mit einem Besucherzentrum eröffnet. Die Einheimischen sind auf den neuen Pfad genauso stolz wie ihre Vorfahren und empfangen Touristen sehr herzlich.
 
© Anita Arneitz & Matthias Eichinger / TheGobbins, Nordirland_2 / Zum Vergrößern auf das Bild klicken © Anita Arneitz & Matthias Eichinger / TheGobbins, Nordirland_3 / Zum Vergrößern auf das Bild klicken © Anita Arneitz & Matthias Eichinger / TheGobbins, Nordirland_24 / Zum Vergrößern auf das Bild klicken

Es gelang ihnen den alten Zauber des Pfades zu erhalten. Bei einer Wanderung rauschen die Wellen unter den Füßen an Land, es geht durch einen dunklen Tunnel unterhalb des Meeresspiegels hindurch, in eine Schmugglerhöhle, wo grüne Pflanzen leuchten und über mehr als ein Dutzend Brücken hin zu einem Paradies der Vögel. Die Vögel ignorieren die Klippenwanderer. Nur die Kajaks, die bei ruhiger See vorbei paddeln, mögen sie nicht.

© Anita Arneitz & Matthias Eichinger / TheGobbins, Nordirland_26 / Zum Vergrößern auf das Bild klickenMit viel Glück, erhaschen Wanderer also sogar einen ungefährlichen Blick auf einen brütenden Papageientaucher oder sehen die schottische Küste mit ihren Windrädern – diese ist hier zwei Kilometer entfernt.

Ein wenig Kondition muss man allerdings mitbringen. Es geht rund zwei Stunden unzählige Stufen rauf und runter. Laut Gobbins-Guide George wäre das vergleichbar mit dem dreimaligen Erklimmen der Freiheitsstatue. Allerdings fühlte es sich bei Weitem nicht so schlimm an.

© Anita Arneitz & Matthias Eichinger / GiantsCauseway, Nordirland_67 / Zum Vergrößern auf das Bild klicken

Ein Besuch beim Riesen: Giant´s Causeway

Weniger anstrengend, aber genauso interessant ist ein Besuch des Giant´s Causeway. Ähnlich wie The Gobbins blickt der Giant´s Causeway auf eine lange touristische Tradition zurück. Die Bucht ist berühmt für seine einzigartigen Basaltformationen. Bis 1930 florierte hier das Geschäft mit Seetang und Algen. In Zelten wurde Tee verkauft und an die 300 Fremdenführer erzählten den Besuchern die Geschichten vom Riesen Finn McCool.
 
© Anita Arneitz & Matthias Eichinger / GiantsCauseway, Nordirland_187 / Zum Vergrößern auf das Bild klicken © Anita Arneitz & Matthias Eichinger / GiantsCauseway, Nordirland_156 / Zum Vergrößern auf das Bild klicken © Anita Arneitz & Matthias Eichinger / GiantsCauseway, Nordirland_75 / Zum Vergrößern auf das Bild klicken

Inzwischen ist auch der Giant´s Causeway im 21. Jahrhundert angekommen. Statt einheimischer Fremdenführer gibt es Audiosysteme zum Mitnehmen und Multimediastationen am Weg. Während man vom Besucherzentrum den Pfad zur Küste läuft, kann man den Legenden lauschen.

© Anita Arneitz & Matthias Eichinger / GiantsCauseway, Nordirland_9 / Zum Vergrößern auf das Bild klickenStatt Pferdekutsche fährt für jene, die nicht so weit laufen können, ein Bus im Halbstundentakt die Strecke entlang. An der Schönheit der Basaltlandschaft hat sich aber nichts geändert. Wie damals kann man von Basaltstein zu Basaltstein hüpfen, den Schornstein und die Orgel von Finn McCool suchen oder auf dem Klippenweg spazieren. Traditionell gibt es im Anschluss zum Aufwärmen einen heißen Tee mit Cream und süßen Scones.

Weitere Informationen:
www.ireland.com
www.discovernorthernireland.com
www.thegobbinscliffpath.com
www.nationaltrust.org.uk/giantscauseway

Ein Reisetipp von Mag. Anita Arneitz.

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