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Männerleiden Penisverkrümmung (IPP)

Erkrankung des Bindegewebes des Schwellkörpers des Penis - IPP.
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Der menschliche Körper wird im Laufe der Jahre mit verschiedensten Veränderungen konfrontiert, die unter Umständen zwar nicht immer angenehm, aber vollkommen normal sind. Dies ist äußeren Einflüssen, dem Alter sowie genetischen Komponenten geschuldet und stellt keinen Grund zur Beunruhigung dar.

Allerdings gibt es Ausnahmen, die möglicherweise einer Begutachtung durch Experten bedürfen, weshalb man sie nicht ignorieren oder verschweigen sollte. Dazu zählt die erworbene Penisverkrümmung, auch Induratio penis plastica (IPP) genannt. „Es handelt sich dabei um eine Erkrankung des Bindegewebes der Schwellkörper des Penis.“, erläutert der Facharzt für Urologie und Andrologie, Prof. Dr. Markus Margreiter. „Sie ist nicht lebensbedrohlich, stellt für die Betroffenen aber meist eine große Verunsicherung und Belastung dar.“  

Definition der Penisverkrümmung

© Markus Margreiter / Markus Margreiter / Zum Vergrößern auf das Bild klickenJeder Penis ist in Form und Größe so individuell wie sein Besitzer, wobei eine leichte Krümmung als völlig normal betrachtet werden kann und beinahe jeden Mann betrifft.

Anders verhält es sich allerdings mit der IPP, die in ihrem Verlauf zu erheblichen Problemen führt, wie Dr. Margreiter erläutert: „Wir gehen davon aus, dass die Penisverkrümmung in den meisten Fällen durch Mikrotraumata im Schwellkörpergewebe bedingt ist. Diese sind nicht ungewöhnlich und heilen in vielen Fällen unbemerkt aus. Kommt es jedoch zu Mirkoblutungen zwischen den bindegewebigen Schichten, kann sich bei gestörter Wundheilung allerdings Narbengewebe bilden, wodurch es zur Entstehung von Plaques kommt.“ Die Plaques bzw. Knoten ziehen die Schwellkörperaußenwand zusammen, was zu einer Krümmung führt, da ein Ungleichgewicht zwischen den beiden Schwellkörperschichten entsteht. „Betroffen sind etwa 3,5 Prozent der 40- bis 70-Jährigen sowie bis zu 6,5 Prozent der über 70-Jährigen.“, weiß Dr. Margreiter zu berichten.

Folgen der Penisverkrümmung

Am Beginn des Krankheitsverlaufs stehen tastbare Knoten/Verhärtungen, die Schmerzen verursachen, sobald der Penis sich im erigierten Zustand befindet. Schreitet die IPP weiter fort, werden die Plaques größer, die Krümmung nimmt deutlich zu und die Schmerzen können verschwinden. „Viele Patienten sind aufgrund der Penisverkrümmung von Erektionsstörungen betroffen.“, so Markus Margreiter. „Der Leidensdruck erhöht sich dadurch immens.“ Wer unter Erektionsstörungen leidet, ist nicht in der Lage, eine für einen befriedigenden Sexualakt erforderliche Erektion zu erreichen oder aufrechtzuerhalten. Die Patienten müssen sich also nicht nur mit einer anatomisch sichtbaren Veränderung auseinandersetzen, sondern auch mit der Tatsache, in puncto Geschlechtsverkehr massiv eingeschränkt zu sein. „Erektionsstörungen können zu Depressionen führen, eine Kombination aus IPP und denselben ist für die Betroffenen psychisch überaus belastend.“, gibt Markus Margreiter zu bedenken.

Therapie

Nachdem die Ursachen der Induratio penis plastica bis heute nicht eindeutig geklärt sind, zielt eine Behandlung derselben in erster Linie auf eine Linderung der Symptome sowie eine Beeinflussung des Verlaufs zugunsten des Patienten ab. Markus Margreiter erklärt: „Wir können die IPP sowohl konservativ als auch chirurgisch behandeln, wobei eine Operation die letzte Option darstellt und erst nach erfolgloser konservativer Therapie in Frage kommt.“ Zu den konservativen Behandlungsmethoden zählen Vitamingaben, Injektionen, die in den betroffenen Bereich gespritzt werden, die Stoßwellentherapie sowie medikamentöse Behandlungen. „Seit einiger Zeit steht außerdem ein Wirkstoff zur Verfügung, der direkt in die Plaques injiziert wird, um die Krümmung zu verringern. Es handelt sich um ein Enzym, das Kollagen aufweicht und abbaut.“, erörtert Prof. Dr. Margreiter. „Im Abstand von ein bis drei Tagen erhält der Patient zwei ambulante Injektionen sowie die ambulante Penismodellierung, die zu Hause sechs Wochen lang fortgeführt werden sollte. Falls erforderlich, kann ein Behandlungszyklus vier Mal vorgenommen werden.“

Für einen chirurgischen Eingriff stehen unterschiedliche Techniken zur Verfügung, die entweder die Penisbegradigung oder die Entfernung der Plaques zum Ziel haben.

Nachdem verschiedenste Komponenten bei der Wahl der Behandlungsmethode eine Rolle spielen, wird von Patient zu Patient individuell entschieden, für welche er sich eignet. Es gibt Fälle, in denen das Problem sich spontan von selbst erledigt und die keinerlei Behandlung bedürfen. Empfehlenswert ist aber in jedem Fall, sich an entsprechende Experten zu wenden, wenn man(n) außergewöhnliche Veränderungen am „besten Stück“ wahrnimmt. Das ist weder peinlich, noch ein Zeichen von Schwäche – echte Männer schauen auf ihre Gesundheit und gehen verantwortungsvoll damit um.

Nähere Informationen:
www.dr-margreiter.at

Ein Gesundheitsbeitrag von Mag. Sonja Streit.

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