Azraq und die WüstenschlösserEinst erstreckte sich die Oase
Azraq über tausende Quadratkilometer inmitten der halbtrockenen Wüste Jordaniens. Elefanten, Löwen, Nashörner und Geparden waren hier heimisch. Doch Klimawandel und Raubbau an den Grundwasserreservoiren ließen dieses Paradies auf wenige Quadratkilometer schrumpfen
(
klick hier zum Jordanien-Video). An den vereinzelnten Wasserstellen kann man mit etwas Glück noch auf ein paar Büffel, die scheinbar friedlich neben der Aussichtswarte grasen, treffen. Auch der
Azraq-Kärpfling, die einzige endemische Fischart Jordaniens, steht vor dem Aussterben. Neben dem Abpumpen des Wassers, das nach Amman geleitet wird, führt er einen ziemlich aussichtslosen Kampf gegen Barsche, auf deren Menüplan er ganz oben steht.


Die
Royal Society for the Conservation of Nature (RSCN) bemüht sich redlich, die Restbestände der einst blühenden Oase zu erhalten.
Azraq bedeuted auf Arabisch "blau". Die Teiche, Marschen und Flüsse von Azraq bildeten einst ein funkelndes blaues Juwel - heute noch ein Paradies für gut eine Million ziehende, brütende und überwinternde Vögel, die man insbesondere während der Zugzeit im Spätherbst und Frühling auf ihren anstrengenden Pendelflug zwischen Asien und Afrika beobachten kann.
Qusair Amra und Qsar Al Harrana

Umayyadische Kalifen ließen das Lustschloss
Qusair Amra im frühen 8. Jahrhundert erbauen und zogen sich, um ungestört den Freuden des Lebens nachgehen zu können, gerne in diese ungestörte Ecke des Reiches zurück.
Qusair Amra besteht aus einem Bad im römischen Stil und einer Audienzhalle mit großflächigen Freskenmalereien. Jagd- und Tanzszenen und jede Menge nackte Frauen in eindeutigen Positionen. Wasser predigen und Wein trinken lag auch dem muslimischen Kalifen nicht fern.


Bei
Qsar Al Harrana streiten die Geister, ob es sich bei diesem Bau aus dem Jahre 711 um einen militärischen Komplex oder eine Karawanserei für durchziehende Kamelkarawanen handelte. Die Anlage ist aufgrund ihres monolithischen Charakters und ihrer Dimensionen von imposanter Wirkung, ganz im Gegensatz zur Verspieltheit von Qusair Amra. Handel und Krieg verlangen eben andere Symbole als Lust und Liebe.
Tipp:

Azraq,
Qusair Amra und
Qsar Al Harrana können im Rahmen einer Tagestour von Amman aus besichtigt werden. Wer jedoch seine Liebe zu dieser Region entdeckt hat, kann eine Nacht in der Öko-Lodge am Rande von
Azraq verbringen. Die RSCN renovierte und baute ein ehemaliges britisches Feldlazarett aus. 16 klimatisierte Zimmer,


Militärflair der 1940er Jahre und ein Restaurant, das lokale Spezialitäten wie
Mantaish, Teigtaschen mit Lammfleisch, Petersilie, Knoblauch und Zwiebel, anbietet. Diese werden über Dampf gegart und wurden von Tschetschenen, die vor ungefähr hundert Jahren aus politisch, religiösen Gründen in diese Region kamen, eingeführt.
Ein Reisetipp des
www.55plus-magazin.net.
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