Karstkulinarik im Hinterland von Portoroz.
Gostilna Na Burji Nova Vas 57
SLO-6333 Secovlje
Telefon: +386-5-672 60 42, Mobil +386-40-123 202
Email:
naburji@siol.net Reservierung empfehlenswert.
Beschaulichkeit im Hinterland In den Hügeln oberhalb der Saline von Secovlje bei Portoroz liegt die für ihren besonderen roten Knoblauch bekannte kleine Ortschaft Nova Vas. Am Ortsanfang der 300 Seelen-Gemeinde befindet sich die neue
Gostilna/Trattoria Na Burji (
klick zum TV/Web-Video) von
Oriella Medos und ihrem Mann
Moreno. Sie empfangen Gäste eigentlich nur nach Voranmeldung und laden zu einem Menü, das man in diesem verschlafenen Dorf nicht vermuten würde. Moreno, dem begnadeten Koch, würden in jeder großen Stadt tausende Gourmets höchste Wertschätzung entgegen bringen. Als menschenscheuer Individualist zieht er die Ruhe und Beschaulichkeit von Nova Vas vor. Oriella mit Tochter Meta übernehmen den kommunikativen Part und sind im Ort zur Institution gereift.


Die frischen Zutaten und Kräuter für seine Gerichte wachsen entweder im eigenen Garten oder auf den umliegenden Feldern. Das Fleisch und das Olivenöl kauft er bei seinen Nachbarn in Nova Vas. Den hervorragenden Malvazija, den er mit Oriella, nachdem alle Gäste das Lokal verlassen haben, auf der Veranda ihrer neuen
Gostilna Na Burji mit Blick auf die umliegende Karstlandschaft und den Olivenbäumen genießt, beziehen sie vom Nachbarn Valter
Pucer. Im Winter, wenn die Bora gelegentlich besonders wild ums Haus pfeift, ziehen sie sich an den Kamin oder die Bar ihrer charmant rustikalen Gostilna zurück.


All die Speisen in der
Gostilna Na Burji haben aufgrund der Vernetzung mit den lokalen Lieferanten einen starken Bezug zur Region. Die Frische der Produkte gepaart mit Morenos kulinarischen Geistesblitzen, ergibt eine spannende Mischung, mit der er den Zutaten neue Facetten entlockt, die jedem importierten Edellebensmittel vom anderen Ende der Welt vorzuziehen ist. Bodenständige Küche auf höchstem Niveau - eine wahre Freude für Zunge und Gaumen.
Morenos Menü 

Die
Roastbeef-Carpaccio Variante war ein erfrischend leichter Beginn zu dem vor allem der Schuss Orange sehr gut passte. Auch der
Fenchel mit Thunfisch und Granatapfel mundete vorzüglich. Beide Teile wurden mit einer Spur von altem Balsamico verbunden.


Deftiger und wuchtig kam die
Jota, eine Suppenspezialität des Hauses. Rüben, Kartoffel, Bohnen dazu hausgemachtes Brot. Geschmackvoll abgestimmt mit pikanter Note. Eine Wintersuppe, die das Beuschel wärmt und in Begleitung eines Roséweines von
Santomas noch mehr zum Erlebnis wird.


Als Pasta bereitete uns Moreno seine
Fuzij in einer Parmesan-Salbei-Sauce zu, deren Unterschiedlichkeit sich zu einem gewinnendem Ganzen entwickelte. Bestens auch die Konsistenz der selbstgemachten Fuzij aus Hartweizen. So gehaltvoll, dass man im Unterbewußtsein bedauernd leicht auf die Bremse tritt, um für die folgende
Lammkeule gerüstet zu sein. Die bereitete Moreno auf Heu gebettet in der Crepna zu. Dieser Topf aus Metall wird mit dem Inhalt für mehrere Stunden nahe dem


offenen Feuer platziert, dabei mit Glut und Asche zugedeckt. So brät der Inhalt langsam vor sich hin und das Fleisch behält seinen ursprünglichen intensiven Geschmack, das Heu gibt eine besondere Note. In diesem Fall nimmt er dem Lammgeschmack etwas die Spitze und durch das schonende Braten wurde es besonders zart. Hervorragend dazu der
Refosk von Santomas.


Nach einem kleinem Glas Ruda, einer Schnapsspezialität der Region, fand das Menü in der
Tratoria Na Burji mit einem
Kakimousse auf Vanillecreme ein mehr als bemerkenswertes Ende. Erste Überlegungen auf dieses nach den vorigen üppigen Genüssen zu verzichten, wurden von Oriella beinahe unter Strafe gestellt und wir waren froh, ihr gehorcht und brav verkostet zu haben.
€ 30,-- sollte man für eine vier- bis fünfgängiges Menü budgetieren. Aufgrund der gebotenen Qualitäten ein bemerkenswertes Preis-/Leistungsverhältnis.
Ein Lokaltipp von
Gustav Schatzmayr.
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