Das Meer trifft den Karst.
Schloss Duino Auf dem letzten Felssporn im Karst liegt steil über der Bucht das
Schloss Duino (
klick zum TV/Web-Video), dessen Geschichte zweitausend Jahre zurückreicht. Rund um den römischen Vorposten entstand das heutige Schloss unweit jener antiken Anlage, die der Überlieferung nach dem Sonnengott geweiht war und sehr romantisch La Dama Bianca (Die weiße Dame) genannt wird. Der Sage nach soll einst ein eifersüchtiger Ritter seine Angetraute über den Felsen ins Meer gestoßen haben. Ihr Schrei war so markerschütternd, dass göttliche Kräfte sie in diese Felsformation verwandelten und ihr so einen Hauch von Ewigkeit verliehen.


Das Schloss entstand im 14. Jahrhundert, der alles überragende Turm im 16. Jahrhundert und ist heute im Eigentum der Fürsten Torre e Tasso (Thurn und Taxis), die sich schon vor Jahren entschlossen haben, Teile der Schlossanlage dem Publikum für Besichtigungen zu öffnen, aber auch Tagungen, Konzerte, Hochzeiten, etc. sind an diesem geschichtsträchtigen Ort möglich.
Schlosspark und Bunker Eine Besonderheit ist auch der Schlosspark, der sich auf verschiedenen Ebenen mit Plateaus und Kaskaden vielfarbiger Blumen aller Art erstreckt. Malerische Flecken mit klassischer Mittelmeervegetation, zahlreiche Statuen und ein alter Brunnen mit dem Familienwappen säumen den Weg durch diese grüne Oase.


Dabei trifft man auch auf ein Relikt der jüngeren Geschichte des
Schlosses Duino: den Bunker (400 m
2 groß und bis zu 18 Meter tief in den Felsen gehauen), den Zwangsarbeiter im zweiten Weltkrieg unter Aufsicht der Deutschen Kriegsmarine 1943 errichten mussten. Nachdem der Bunker mit einer Kanone zur Abwehr der Alliierten Angriffe auf den Stützpunkt Sistiana ausgestattet wurde, war es der einheimischen Bevölkerung nicht mehr möglich, darin Zuflucht zu suchen.
Kunst im Schloss 

Ende des 19. Jahrhunderts eröffneten Teresa Thurn-Hofer Valsassina und ihre Tochter Maria von Thurn und Taxis ihre Salons den angesehensten Namen der internationalen Kunst, Literatur, Kultur und Politik. Franz Liszt, Johann Strauss, Gabriele d`Anunzio, Victor Hugo, Franz Joseph und Sisi und Erzherzog Franz Ferdinand um nur einige zu nennen. Vielleicht gibt es in ganz Italien keinen Ort, der so sehr eine Idee von der intellektuellen Atmosphäre des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts vermittelt wie dieses Schloss. Hier entstand ein poetischer Mythos, der bisher nicht zu besichtigen war.
Maria von Thurn und Taxis stand als talentierte Schriftstellerin 17 Jahre lang mit Rainer Maria Rilke in Briefwechsel. Diese Korrespondenz ist in mehreren Sprachen veröffentlicht worden. Eben hier in Duino schuf der österreichische Dichter die größten Teile seiner 10 Elegien, zu denen er bei seinen Aufenthalten 1911 und 1912 inspiriert wurde. Im Rahmen der Schlossbesichtigung gelangt man auch an die Orte seines Schaffens im Haus. Der berühmte Balkon mit einem fantastischen Ausblick aufs Meer.


Es gibt keinen anderen Ort für Rilke, an dem er sich in Italien so wohl fühlte wie auf
Schloss Duino. Bei allem, was er über Italien schrieb, scheinen ihm die Monate mit Maria die bewegendsten gewesen zu sein. Deshalb bedeutet die jetzige Öffnung des Schlosses, dass Rilke-Liebhaber endlich die Möglichkeit haben, dieses Traumschloss deutscher, romantischer Dichtung zu besuchen. Rilke liebte diese Landschaft. Seine ausgedehnten Spaziergänge an der Steilküste entlang nach Sistiana sind legendär und diese Route wurde nach ihm benannt: Rilkeweg (Sentiero Rilke).
Castello di Duino I-34013 Duino-Aurisina
Telefon: +39-040-208 120
Email:
castellodiduino@libero.it www.castellodiduino.it Öffnungszeiten: 1. März bis Ende September: 9.30 bis 17.30 Uhr, Dienstags geschlossen
im Oktober: 9.30 bis 16.30 Uhr, Dienstags geschlossen
im Winter: Samstag, Sonntag und Feiertag von 9.30 bis 16.00 Uhr geöffnet
Rilkeweg 
Dieser wenige Kilometer lange Wanderweg von Duino nach Sistiana ist ein Muss bei einem Aufenthalt in Duino. Hier treffen Karst und Meer aufeinander und sorgen für ein Naturschauspiel. Die einzigartige Fauna und Flora präsentiert sich im Laufe des Jahres in immer wieder neuen Kleidern und haben schon Rainer Maria Rilke zutiefst beeindruckt.
Tipps
Video - Duino - Rilke, Karst und Meer Ein Reisetipp von
Gustav Schatzmayr.
Web-Video
Hans Varga.
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