Der 500 Jahre alte Weinkeller startet mit neuen, trocken ausgebauten Weinen in die Zukunft.
Ptuj ist schon seit Jahrtausenden eine Stadt der Reben und des Weins. Die fruchtbaren Böden der
Haloze, südlich der Stadt, in Verbindung mit dem milden Klima nutzten schon die Kelten für den Weinbau. Unter den Römern wurde das wellenförmige Bergland um Ptuj weiter kultiviert und der Weinbau zum bestimmenden Wirtschaftszweig der Region. Das "römische Göttergetränk" ist noch heute untrennbar mit der Stadt verbunden.
Weinkeller mit langer Tradition Die erste Glanzzeit erlebte der Weinbau zwischen dem 1. und 4. Jahrhundert. Nach dem Zerfall des Römischen Reiches ging es auch mit dem Weinbau bergab und erlebte erst in der Zeit der Christianisierung und dem Einzug der
Minoriten im Jahr 1239 und der
Dominikaner eine Renaissance. 1438 kamen die Weinberge der Haloze an die
Herren von Ptuj und leiteten eine neue Blütezeit des Weinbaus ein. Zu Beginn des 18. Jahrhunderts wurden Riesling und Sipon (Furmint) in viele europäische Länder und auch nach Amerika exportiert.


Die Geschichte des
Weinkellers von Ptuj (
klick zum TV/Web-Video) ist eine über 500jährige. Große Teile der Altstadt ruhen auf den Kellergewölben, deren Gänge mehrere Kilometer lang sind und in denen hunderte Eichenfässer lagern. Das größte noch in Verwendung stehende Weinfass Sloweniens hat ein Fassungsvermögen bis 40.000 Liter. Die Fässer wurden von den Fassbindern im Keller zusammengebaut, da für diese enormen Größen keine entsprechenden Eingänge in die Keller vorgesehen waren.


Bei einer
Führung durch die weitläufigen Kelleranlagen erfährt der Weinliebhaber vieles über die wechselvolle Geschichte der Kellerei und auch der einzelnen Weinfässer, wie die sieben Fässer von Bürgermeister Ornik, Eigentümer des Kellers von 1920 bis 1945. Nach dem zweiten Weltkrieg wurde sein Name von den Fässern entfernt, um die Spuren der Geschichte zu verwischen. Auch die alten, mit Glas ausgelegten Betontanks, Exponate des Museums von Morgen, werden von der Kellerei in Schuss gehalten.


Im
Weinarchiv des Kellers werden 6.000 Flaschen gelagert. Von den besten bis zu den schwächeren Jahrgängen wurden beträchtliche Kontingente für die Nachwelt eingelagert. Der älteste Wein stammt aus dem Jahr 1917, Goldende Rebe. Der erste slowenische Wein mit Herkunftsbezeichnung stammt ebenfalls aus dieser Kellerei, ein Sauvignon aus dem Jahr 1968. Mit der Tradition, die Weine halbtrocken oder halbsüß auszubauen, wurde 2002 gebrochen. Die Trauben kommen überwiegend aus der Haloze, und die Anbaufläche ist mehr als 700 Hektar groß. Derzeit werden 75 % der Weine trocken ausgebaut, und ein Viertel davon wird exportiert.
Weinempfehlungen 

Gegen Ende der Führung durch den Weinkeller freut man sich schon auf die
Verkostung, durch die Franc Brodnjak gekonnt führt. Mit der Neupositionierung wurden auch neue Linien eingeführt. Noblesse als Alltagswein und Nobl für sorgfältig ausgewählte Spitzenweine. Rotweine führen in dieser Region eher ein Schattendasein.
Wir verkosteten:
Welschriesling 2005,
Sauvignon 2005,
Traminer 2004, Sipon Beerenauslese 2003 und
Blaufränkisch 2003. Sowohl die Noblesseweine als auch die Noblweine überzeugten aufgrund ihrer Frische und Fruchtigkeit. Der geringe Alkoholgehalt des Welchrieslings und Sauvignons liegt ebenfalls voll im Trend. Der Traminer passt geschmacklich bestens zur orientalischen Küche und auch zur Thaiküche. Der Süßwein Sipon braucht den Vergleich mit österreichischen oder französischen Dessertweinen nicht zu scheuen. Der Blaufränkische weist einen hohen Säuregehalt auf und ist für vinophile Exzentriker zu empfehlen.
Dem Verkostungs- ist ein Verkaufsraum angeschlossen, an dem man nicht vorbeigehen sollte. Das
Preis/Leistungsverhältnis dieser Qualitäten ist bestens.

Ptujska klet vinarstvo Vinarski trg 1
SLO-2250 Ptuj, Slowenien
Telefon: +386-2-78 79 810
www.ptujska-klet.si
Video - Der Weinkeller von Ptuj - die Weingeschichte Sloweniens Ein Reise- und Weintipp von
Gustav Schatzmayr.
WEB-Video
Hans Varga.
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