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Heute ist Montag, der 08.09.2008

Cividale del Friuli, Italien Dieser Artikel bietet einen Videodownload an.

Von Julius Cäsar gegründet und von den Langobarden zur Hauptstadt gemacht.

55PLUS: Julius Cäsar in Cividale
Cividale
(klick hier zum Video) ist eine römische Gründung, vor allem aber die Stadt der Langobarden. Um 50 v. Chr. gründete Julius Cäsar hier eine Militärkolonie, die nach ihm Forum Iulii benannt wurde. Als die Langobarden 568 im Friaul einfielen, machten sie Cividale zur Hauptstadt ihres ersten Herzogtums auf italienischem Boden. Der Name Forum Iulii, den sie dabei auf das ganze von ihnen besetzte östliche Oberitalien übertrugen, wurde später zum italienischen Friuli und zum deutschen Friaul. Die Stadt hieß unter den Langobarden Civitas Forum Iulii und bekam unter den Karolingern den Namen Civitas Austriae (Stadt im Osten), der sich dann zu Cividale wandelte. Die Langobarden (Langbärte) waren ein germanischer Stamm, der aus Skandinavien stammte und um Christi Geburt an der Niederelbe siedelte, von wo sie im 2. Jahrhundert n. Chr. in Pannonien (Ungarn) und im 6. Jahrhundert in Oberitalien einfielen. Sie blieben bis 774, als sie von den Franken unter Karl dem Großen vernichtend geschlagen wurden und ihre Vorherrschaft in ganz Oberitalien endete.

55PLUS: Tempietto Longobardo in Cividale, I / Zum Vergrößern auf das Bild klickenDie kleine Stadt am Natisone hatte auch während des Mittelalters eine Vorrangstellung und wurde zur Hauptstadt des Friaul. Die Patriarchen von Aquileia verlegten 737 ihren Sitz hierher und blieben fünf Jahrhunderte lang, bis sie ab 1238 nach Udine übersiedelten. 1420 fiel Cividale an Venedig, 1797 an die Habsburger und 1866 kam es zum Königreich Italien. Heute ist Cividale eine durchaus moderne und lebendige Stadt, in der man langobardische Kunstdenkmäler so konzentriert wie sonst nirgendwo findet, in der aber auch die anderen Epochen ihre Spuren in Architektur und Kunst hinterlassen haben.

55PLUS: Cividale del Friuli, Italien / Zum Vergrößern auf das Bild klickenBesonders sehenswert ist der Dom, der im Wesentlichen aus dem 15. und 16. Jahrhundert stammt, dessen Vorgängerbauten jedoch bis in die Zeit der Langobarden zurückführen. Durch das rechte Seitenschiff kommt man in das Museo Cristiano mit Hauptwerken aus langobardischer Zeit, von denen besonders der Ratchis-Altar und das Taufbecken des Patriarchen Callixtus zu nennen sind. Ersterer entstand um 740 und wurde vom Langobardenherzog Ratchis zum Andenken an seinen Vater Pemmo gestiftet. Das oktogonale Taufbecken wurde von Callixtus in Auftrag gegeben, der als erster Patriarch von Aquileia in Cividale residierte (737 bis 756). Der Tempietto langobardo (Langobarden-Tempelchen) ist eine kleine Kapelle aus dem 8. Jahrhundert mit einzigartigen Stuckarbeiten und Fresken aus dem 12. und 14. Jahrhundert.

55PLUS: Teufelsbrücke in Cividale, Italien / Zum Vergrößern auf das Bild klickenSehenswert ist auch der aus dem Mittelalter stammende, über 20 Meter hohe Ponte del Diavolo (Teufelsbrücke), der seinen Namen einer alten Legende verdankt, derzufolge der Teufel höchstpersönlich einen Felsbrocken in den Natisone schleuderte, auf dem er den mittleren Stützpfeiler errichtete und die beiden Bögen über das kristallklare Wasser des Flusses spannte. Als er den versprochenen Lohn – die Seele des ersten Lebewesens, das die Brücke überschreiten würde – kassieren wollte, wurde er allerdings von den Cividalesen überlistet, die als erstes eine Katze über die Brücke schickten, bevor sie selbst einen Fuß darauf setzten. Weniger legendär, dafür aber historisch belegt ist hingegen, dass es der Baumeister Erhard von Villach war, der die Brücke erbaute.

Lokaltipps in Cividale:

55PLUS: Cividale, Caffe Longobardo / Zum Vergrößern auf das Bild klickenCaffè Longobardo
Piazza Paolo Diacono 2

Hat man die Teufelsbrücke überquert, den Dom besichtigt und Julius Cäsar gegrüßt dann ist es Zeit für einen ausgezeichneten Cappuccino im Caffè Longobardo. Einer der wichtigsten Treffpunkte der Stadt an der Fußgängerzone am Eingang zur Piazza Diacono.

55PLUS: Ai Tre Re, Cividale; Italien / Zum Vergrößern auf das Bild klickenAntica Osteria Ai Tre Re
Via Stretta San Valentino 21

Vom Caffè Longobardo aus überquert man die Piazza Paolo Diacono in der Diagonale und hält sich bei der nächsten Gelegenheit links. So kommt man zu dieser sympatischen Osteria, die sich der bodenständigen friulanischen Küche verschrieben hat.
mehr zu Ai Tre Re ...

55PLUS: Locanda Al Castello in Cividale, Italien / Zum Vergrößern auf das Bild klickenAlbergo - Ristorante Locanda Al Castello

Via del Castello 12

Sehr schönes 3-Stern Hotel in einem ehemaligen Kloster mit Blick auf Cividale und die friulanische Ebene. Ausgangspunkt für Touren durch die Weingebiete Friauls. Das Restaurant ist eines der besten der Stadt.
mehr zur Locanda Al Castello ...

Il Roncal in Montebello, Agriturismo / Zum Vergrößern auf das Bild klickenWeingut Il Roncal

Loc. Montebello, Via Fornalis 148

Topweingut mit charmantem Hotel in den Hügeln bei Montebello. Autochtone Weine.
mehr zu Il Roncal ...


Friaul / Zum Vergrößern auf das Bild klicken
Mehr über die Geschichte Friauls, Winzer & Weine sowie Restaurants finden Sie im Weinreise-Führer Auf historischen Spuren zu großen Weinen. Friaul von Dr. Herbert Voglmayr.

Ein Reisetipp von Gustav Schatzmayr.

55PLUS cividale_impre_web
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