Dinosaurier, Piraten und Fischer zog es in die Baia degli Uscocchi.
Al Pescaturismo Villaggio del Pescatore 83
I-34013 Duino Aurisina, Friaul
Telefon: +39-040-209 846; +39-339-639 0473
www.alpescaturismo.it Öffnungszeiten: Februar bis April von Donnerstag bis Sonntag; Mai bis Oktober von Mittwoch bis Sonntag; Dezember von Donnerstag bis Sonntag; November und Jänner geschlossen.
Anreise: Auf der Küstenstraße weist vor Duino (von Monfalcone kommend) ein Wegweiser nach Villaggio del Pescatore. Es geht ein kurzes Stück zum Meer hinunter. Die erste Straße, die scharf nach links führt, vorbei an einem Hotel und einem offenbar stillgelegtem Fischereibetrieb, zum Lokal
Al Pescaturismo. Es gibt - noch - kein Hinweisschild.
Map Start Map Ende
Im FischerdorfAm Weg von Monfalcone nach Triest entlang der Küstenstraße gibt es unzählige Aussichtspunkte und touristische Besonderheiten, die in vielen Reiseführern gepriesen werden. Villagio del Pescatore - das Fischerdorf - führt ein beschauliches Schattendasein. Zu Unrecht, denn schon Dinosaurier lebten hier und das einzige komplette Skelett auf italienischen Boden wurde hier gleich neben dem
Al Pescaturismo gefunden. Vor 400 Jahren verbreiteten die Uskoken-Piraten zwischen Grado und Triest Angst und Schrecken. Die Bucht vor der Hafeneinfahrt in Villaggio del Pescatore heißt noch heute Baia degli Uscocchi.


Die heutigen Besucher des Fischerdorfes sind allesamt friedlich gesinnt und sind wie die Bewohner froh, dass die touristischen Trampelpfade nicht durch ihren Ort führen. 2002 eröffnete die Familie Minca ihr Lokal
Al Pescaturismo. Einen kleinen Fischereibetrieb betreiben sie schon seit vielen Jahren. Mario sorgt für täglichen Nachschub an frischem Fisch und Meeresfrüchten, seine Frau Eliana und die Töchter Eleonora und Francesca sind im Service tätig, während sein Bruder Franco mit dessen Sohn Francesco die Küche über haben. Ein italienischer Familienbetrieb wie man ihn sich vorstellt.


Von der Lage des Lokals und dem Ausblick sind alle Gäste fasziniert. Noch näher am Wasser geht nicht. Der Holzbau hat eine breite Glasfassade zum Meer hin, so fühlt man sich den verspeisten Fischen noch verbundener und hat einen wunderbaren Blick auf eine Lagunen ähnliche Wasserlandschaft, auf der Fischerboote gemächlich vorbei ziehen. In ungezwungener Stimmung werden die klassischen Gerichte der Gegend mit einem passenden Hauswein genossen.
Ein Fischmenü

Die gemischte Vorspeise war eine gelungene Auswahl lokaler Spezialitäten bodenständiger Art.
Girai in Savor, die kleinen, gebackenen Fischchen mit roten Zwiebeln harmonieren bestens und sind von erfrischendem Charakter. Die
gebackenen Miesmuscheln machten einfach Spaß. Frischeste Ware perfekt zubereitet. In der selben Liga waren auch die
Polenta morbida con Sugo di Cozze anzutreffen. Sehr gut gewürztes Miesmuschelsugo auf cremiger Polenta.


Die Pasta,
Maltagliati con Pesce azzurro, war ein Spitzengericht abseits aller modischen Erscheinungen in der Fischküche. So wird man Pesce azzurro wohl schon vor hundert Jahren genossen haben. Perfekte Nudel mit Fisch und Gemüse in einer wunderbaren Sauce, die sowohl dem Fisch als auch dem Gemüse geschmacklich den angemessenen Raum lässt. Keine verstiegenen Kreationen, sondern ehrliches und wohlschmeckendes Essen.


Die
Sardinen vom Grill waren bestens. Fangfrisch, knusprig und saftig mit dem typischen Eigengeschmack, den Kenner schätzen, von der "Hochküche" jedoch eine gewisse Missachtung erfährt. Mario Minca wünschen wir ein immerwährendes Petri Heil, damit Franco in der Küche stets die Qual der Wahl und die Gäste aus einer Reihe von ursprünglichen Genüssen von Villaggio del Pescatore wählen können.
Für ein viergängiges Menü, inklusive Dessert, sind je nach Gerichten € 25,-- bis € 30,-- zu budgetieren. Ein Preis-/Leistungsverhältnis, das Freude macht.
Ein Lokaltipp von
Gustav Schatzmayr.
Lesen Sie auch:
zurück