Trattoria
Al gjal blanc Via Alfieri 16
Segnacco
I-33017 Tarcento, Italien
Telefon: +39-0432-793 260
Email:
info@algjalblanc.com www.algjalblanc.com Dienstag und Mittwoch Ruhetage.
Vorspeisen: € 5,50 bis € 13,--; Primi: € 5,50 bis € 9,--; Hauptspeisen: € 10,-- bis € 13,50; Dessert: € 3,50 bis € 4,--
Der weiße Hahn und die Kunst 

1998 übernahmen Fabrizio und Bruna Munini, die überaus freundlichen Wirtsleute, den
Al gjal blanc - Weißen Hahn. Ein Lokal, das seit mehr als hundert Jahren besteht und eine wechselvolle Geschichte hinter sich hat. Nach dem ersten Weltkrieg wohnte der toskanische Maler Loris Pasquali (1890-1936) im Haus und malte Szenen aus dem Leben der Dorfbevölkerung. Er bezahlte mit diesen Bildern auch die Rechnungen beim Wirt. Leider sind die Bilder dem Haus nicht erhalten geblieben, den ein kunstunverständiger Vorbesitzer hat sie zu einem bescheidenen Preis verkauft. Die verbliebenen Großaufnahmen der Ölbilder erinnern an die Kunstschätze, die einst den
Gjal blanc zierten.


Der freundliche Weiße Hahn ist in der Trattoria überall präsent. Fabrizio und Bruna gestalteten den
Gjal blanc äußerst liebevoll. Farbgebung und Materialien lassen auf Behutsamkeit bei der Auswahl schließen. Sowohl im rustikalen Schankbereich mit wenigen Tischen, für jene die es sehr eilig haben, aber großen Wert auf Qualität der konsumierten Nahrungsmittel legen, als auch im kleinen Speiseraum des
Gjal blanc mit nur sechs Tischen. Dessen Wände im erfrischenden Zitronengelb ebenfalls ein paar Fotos der Werke Pasqualis zieren. Das Knistern des Feuers im Atmosphäre spendenden Kamins wirkt so beruhigend, dass man auch bisweilen nervende Begleitungen erträgt und falls das nicht reicht, spielt der Weinkeller zum Thema Friaul auch alle Stückeln.
Das Menü 

Die Küche ist in Händen von Fabrizio und dieser pflegt regionale Gerichte und Traditionen mit viel Engagement. Jedoch konstatiert auch er eine Amerikanisierung des Essverhaltens - insbesondere bei jüngeren Gästen - zu Lasten bodenständiger Spezialitäten. Seine Vorspeise
Rotolo di coniglio al basilico, eine wunderbare Kaninchenfleischrolle mit Basilikum aromatisierten Olivenöl duftet und schmeckt so vorzüglich, dass man besagten Nationen gerne ihren Burger gönnt.
Toc in braide con salsiccia, flüssige Polenta mit einem weißem Käseauge in der Mitte, garniert mit gerösteter Wurst, ist ein lokaltypisches Gericht, das man sehr deftig zubereiten kann. Die Leichtigkeit, mit der es Fabrizio Munini interpretiert, ist jedoch vortrefflich.
Ein Zwischengericht der Region sei hier empfohlen:

Cjalzons con ricotta affumicata, diese kommen in unterschiedlichsten Ausprägungen und Schreibweisen auf die Speisekarten. Die geschmackliche Ausgewogenheit besticht immer wieder. Die Cjalzons im Gjal blanc bestehen aus einem sehr flaumigen Teig. Fülle und der geräucherte Ricotta als Drüberstreuer harmonieren bestens. Die
Guanciale di Manzo brasato mit Polenta. Bei dieser Zartheit des Fleisches hält man gerne auch die andere Wange hin. Bestens dazu der offene Rotwein, Merlot aus Corno di Rosazzo. Der offene Cabernet und Refosco stammen aus dem nahen Ramandologebiet.
Nach dem Essen empfiehlt sich ein Spaziergang zur nahe gelegenen Kirche am Hügel. Am dortigen Friedhof liegt auch der Maler Loris Pasquali, dessen Bilder uns im
Gjal blanc begleitet haben, begraben. Er lebte in dieser landschaftlich, reizvollen Region bis zu seinem Tod, denn er wollte nicht mehr in seine toskanische Heimat zurück.
Ein Lokaltipp von
Gustav Schatzmayr.
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