Ladinische Spezialitäten am Bauernhof.
Maso Runch Hof Agriturismo Familie Nagler
Pedraces/Str. Runch 11
I-39036 Badia
Telefon: +39-471-83 97 96
Öffnungszeiten: Montag bis Samstag; im Winter nur am Abend, im Sommer (Juli - September) auch zu Mittag.
Anreise:
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Hochgenuss am Berg in Alta Badia "Wenn wir wollen, dass alles bleibt, wie es ist, dann ist es nötig, dass alles sich verändert." Für den Kernastz aus Tomasi di Lampedusas Roman "Der Leopard" hat Heinrich Nagler vulgo Enrico vordergründig nicht viel übrig. Doch die Wirkung des
Runch Hofes ist subtiler und der erste Eindruck trügt. Die Gäste, die den recht steilen Anstieg zum Bergbauernhof der Familie Nagler in Kauf nehmen, sind auf einer fast aussichtslosen Suche nach dem Gestern und in ihren Köpfen hat sich ein Bild von ursprünglicher Gemütlichkeit und Geborgenheit festgesetzt, dem am
Runch Hof in
Alta Badia auf ideale Weise entsprochen wird.


Das Alte wird zum Neuen, diese Verwandlung schafft die Familie Nagler auf eindrucksvolle Weise und lässt ihre Gäste gekonnt durch eine andere Welt wandern. Den Hunger der Wanderer stillt sie mit Köstlichkeiten der ladinischen Küche, die es auch schon vor rund 300 Jahren, als der
Runch Hof erbaut wurde, zu geben schien.


Das Ritual am
Runch Hof ist ein sehr einfaches. Um 19.30 Uhr ist die Küchenchefin Maria, Enricos Frau, soweit fertig, dass mit dem Servieren des Menüs begonnen werden kann. Die Speisenfolge ist vorprogrammiert und wurde in den knapp zwanzig Jahren, seit dem am
Runch Hof aufgekocht wird, nur in Nuancen geändert. Zu diesem Zeitpunkt sind die gemütlichen Stuben, dekoriert mit allerlei Dekomaterial vergangener Zeiten, meistens schon voll besetzt. Ohne Reservierung vor Enrico Nagler aufzutauchen ist einem börsianischen Hochrisikogeschäft sehr ähnlich und da hilft einem meistens auch kein Herrgott,


obwohl dieser in vielen Ecken des
Runch Hofes zu finden ist. Enrico Nagler ist Chef aller Gaststuben und wird dabei von seinen charmanten Familienmitgliedern unterstützt. Wendig, trittsicher und ausdauernd sowie von ausgeglichenem Charakter präsentiert er sich seinen Gästen. Eigenschaften, die sein Hobby verraten, gehört seine Liebe doch, neben seiner Familie, ganz den Norikerpferden.
Ladinisches Menü am Runch Hof 

Das Menü wurde mit einer
Gerstensuppe,
Panicia, gestartet. Ein Klassiker der ladinischen Küche und Beispiel dafür, dass man für ein Geschmackserlebnis keine verstiegenen Kombinationen ausgefallener Grundmaterialen braucht. Dazu servierte Enrico Nagler
Turtres, Tirtlan, gefüllt mit Spinat und Topfen/Quark oder Sauerkraut. Diese Teigtaschen wurden im heißen Öl gebacken und danach sofort an den Tisch gebracht und verdienten die Beschreibung "sensationell" zu recht.


Auch bei den Tirtlan wurde mit wenigen Zutaten ein Maximum an Gaumenfreude erzielt. Die Kargheit des Angebots an Lebensmitteln im hochalpinen Gadertal der vergangenen Jahrhunderte ließ die Köchinen erfinderisch werden und an diesen Kreationen erfreuen sich noch heute die Gäste am
Runch Hof und bei den Tirtlan gipfelte dies in jenen mit Mohn, Preiselbeeren und Topfen gefüllten.


Es folgten
Canci arstis. Germ/Hefeteig wurde wieder mit Spinat und Topfen/Quark oder Mohn gefüllt und gebacken. Für Kalorienzähler ein Albtraum, für Genießer ein Wunschtraum, den Enrico Nagler mit einem Nachschlag gerne etwas verlängert. Die auf der ladinischen Menükarte als
Canci t`ega bezeichnete Alpinpasta sind gemeinhin als
Schlutzkrapfen bekannt und haben den Sprung zum Südtiroler Nationalgericht, jedoch in hunderten Ausprägungen, geschafft. Die bereits bei den Tirtlan und Canci arstis bewährten Zutaten für die


Füllung werden in einer neuern Verpackung serviert und standen ihren Vorgängern um nichts nach, ganz im Gegenteil. Beim Hauptgang wurde man vor die Wahl gestellt:
Schweinshaxe,
Rippchen oder
Rindsgulasch. Langsames Schmoren verbindet diese Gerichte und man kann keine falsche Wahl treffen. Dazu gibts Kraut und Polenta, die von Maria handgerührt wurde.


Mit dem hausgemachten
Apfelstrudel wurde der sechste Gang serviert und das Finale des Menüs (€ 26,--) am
Runch Hof erreicht, aber das Fenster mit dem Blick auf die ladinischen Spezialitäten bleibt im Gedanken für immer geöffnet.
Ein Lokaltipp von
Gustav Schatzmayr.
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